Auf dem Handy wird das historische Ratingen lebendig

Die App „RatinGo“ mit AR-Anwendungen kann ab sofort aufgerufen werden

Die Stadtgeschichte wird lebendig, wenn man die neue App „RatinGo“ nutzt. Man geht durch die Stadt, schaut aufs Handy und sieht, wie es an genau dieser Stelle vor Jahrhunderten ausgesehen hat. An markanten Orten in der Stadt ist dies möglich, vom Marktplatz über die Pfarrkirche St. Peter und Paul bis zum Industriemuseum Cromford. „RatinGo“ bietet aber noch mehr: einen filmischen Stadtrundgang von Kindern für Kinder und die Geschichten der „Sprechenden Bäume“ vom Grünen See. „RatinGo“ wurde am 22. Mai Bürgermeister Patrick Anders vorgestellt und ist ab sofort unter https://app.spotar.de/ratingen  aufrufbar.

„RatinGo“ wurde aus Anlass des 750-jährigen Stadtjubiläums entwickelt, soll aber auch weit über das Jubiläumsjahr hinaus genutzt und auch um weitere Anwendungen erweitert werden. Das Herzstück ist aber natürlich zunächst der Rundgang zu markanten Orten der Stadtgeschichte mit den Vorher-nachher-Vergleichen. „Ein Bewusstsein für die Stadtgeschichte zu schaffen, ist eine ganz wichtige Grundlage für die Bildung eines Heimatgefühls und damit auch für die Bereitschaft, sich für seine Heimat einzubringen“, sagte Bürgermeister Patrick Anders nach der Vorstellung der App. „Ganz besonders freue ich mich, dass die App die informativen Texte zur Stadtgeschichte auch in einer einfacheren Sprache für Kinder darbietet.“

Man kann sich die Texte auch anhören. Besonders eindrucksvoll sind aber die Bilder. Teils handelt es sich um alte Aufnahmen, teils aber auch um generierte Bilder. „Generiert“ bedeutet hier natürlich nicht „frei erfunden“, sondern „auf der Grundlage historischer Informationen rekonstruiert“. Man sieht also, wie ein bestimmter Ort – der Marktplatz, die Kirche St. Peter und Paul – zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit ausgesehen hat. Oder ausgesehen haben mag, denn nicht immer sind die Informationen, die zu den Abbildungen führten, sehr präzise. 

Am eindrucksvollsten wirkt das natürlich, wenn man sich diese Bilder an Ort und Stelle ansieht. Dann verschmilzt das historische Bild auf dem Handy-Bildschirm mit der Umgebung, es entsteht eine erweiterte Realität. Oder Englisch: Augmented Reality (AR). Diese Technik haben sich die Entwickler der App von der Firma EVOspark zunutze gemacht, um auf Basis der Plattform spotAR die eindrucksvollen, teils dreidimensionalen Ansichten zu generieren.

So entsteht zum Beispiel ein lebendiges Markttreiben um das Jahr 1400, und mit einem Klick kann man ins Jahr 1800 springen. Man erkennt die Umrisse des Marktplatzes, der seit dem Mittelalter so lag wie heute, bei der Ansicht von 1800 sind dem aufmerksamen Betrachter auch schon einzelne Häuser vertraut. Es gibt besondere An- und Einsichten in die Kirche St. Peter und Paul, die noch älter ist als die Ratinger Stadtrechte. Und vor dem Auge des Betrachters baut sich das mächtige Lintorfer Tor wieder auf, das bis 1873 am nördlichen Stadteingang stand. 

Zu den weiteren, insgesamt 23 Stationen des Stadtrundgangs zählen die drei verbliebenen Türme der ehemaligen Stadtbefestigung, das Haus zum Haus, das Alte Steinhaus, das Minoritenkloster und noch einige weitere Standorte in der historischen Altstadt. Die aufwendige AR-Funktion ist allerdings nicht an allen Sehenswürdigkeiten verfügbar.

Die Bedienung der Anwendung ist ganz einfach und natürlich kostenlos. Man muss nicht einmal eine App herunterladen, sondern man geht ins Internet und steuert dort die Seite  https://app.spotar.de/ratingen  an. Außer dem historisch-virtuellen Stadtrundgang finden sich auf dieser Website zwei weitere tolle Anwendungen: 

Der Verein für Über-Mittag-Betreuung Ratingen hat mit Kindern aus seinen OGS-Gruppen sowie professioneller Hilfe einen Ratinger Stadtführer von Kindern für Kinder gedreht. Das Video ist vor wenigen Tagen Bürgermeister Patrick Anders präsentiert worden und ist ab sofort über RatinGo abrufbar.

Und das gilt für eine weitere bleibende Jubiläumsaktion für Kinder: Das städtische Grünflächenamt hat am Ostufer des Grünen Sees eine neue Allee mit 37 Bäumen gepflanzt. Es handelt sich um 37 verschiedene Baumarten – alle, die seit 1989 den Titel „Baum des Jahres“ trugen. Zu jedem Baum hat eine Kinderbuchautorin eine eigene Geschichte geschrieben. Und nun steht neben jedem dieser Bäume eine Stele mit einer Info, um welche Art es sich handelt, und einem QR-Code. Über diesen Code gelangt man dann zu RatinGo und der jeweiligen Baumgeschichte. Man kann sich die Geschichten auch einfach so anhören, aber an Ort und Stelle ist das natürlich ein besonderes Erlebnis – so wie der AR-Rundgang durch die Geschichte.

Die Entwicklung von RatinGo ist unter tatkräftiger Mitwirkung des Ratinger Heimatvereins und des Stadtarchivs entstanden und wurde vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Stadt Ratingen, 22.05.2026