Der Rat der Stadt hat sich in seiner Sitzung am 10. Februar 2026 mit einer Reihe von Punkten befasst, die sich auf das gesellschaftliche Leben in Ratingen spürbar auswirken werden – vom städtischen Haushalt 2026/2027 über Schulbauprojekte bis hin zum kommunalen Ordnungsdienst. Die folgende Zusammenfassung liefert eine Auswahl wichtiger Entscheidungen mit kurzen Erläuterungen.
Bürgermeister Patrick Anders und Kämmerer Martin Gentzsch bringen Doppelhaushalt 2026/2027 ein
Hohe Investitionen in Bildung, Modernisierung und Ordnung, Einnahmen auf Rekordniveau, aber enorm gestiegene Belastungen – das sind die Hauptmerkmale, die den Doppelhaushalt 2026/2027 der Stadt Ratingen kennzeichnen. Bürgermeister Patrick Anders und Stadtkämmerer Martin Gentzsch brachten den Etat in der Ratssitzung am 10. Februar ein. Der Haushalt ist ausgeglichen, allerdings nur „fiktiv“, das heißt unter Inanspruchnahme der Ausgleichsrücklage. 2026 muss ein Fehlbetrag von 16 Millionen Euro ausgeglichen werden, 2027 sind es 14 Millionen.
Jahresabschluss 2024 vorgestellt
Gleich nach der Einbringung des Etats für 2026 und 2027 präsentierte Kämmerer Gentzsch den Entwurf des Jahresabschlusses für 2024. Einnahmen und Ausgaben sind nahezu ausgeglichen, unter dem Strich steht ein hauchdünnes Minus von 12.800 Euro. Damit ist das Ergebnis deutlich schlechter als 2023, als noch ein Plus von 12,9 Millionen Euro ausgewiesen wurde. Es ist jedoch deutlich besser als geplant. Denn bei der Einbringung des 2024er Etats hatte der Kämmerer noch mit einem Minus von 4,5 Millionen Euro kalkuliert.
Politische Mitwirkung des Jugendrates jetzt in der Geschäftsordnung festgeschrieben
Der Jugendrat hat in Ratingen seit jeher eine starke Position und weitreichende Mitwirkungsrechte. Diese sind nun in einem eigenen Paragrafen (17a) der Geschäftsordnung der Stadt Ratingen festgeschrieben und damit gestärkt worden. Der Jugendrat wird, kurz gesagt, an allen Angelegenheiten, welche die Interesse von Jugendlichen berühren, beteiligt. Er kann Anregungen einbringen, hat ein Anhörungsrecht und kann Vertreter/-innen in Rats- und Ausschusssitzungen entsenden, wo diese dann bei entsprechenden Angelegenheiten auf Verlangen Rederecht erhalten.
Nächster Schritt zum Ausbau des Schulzentrums Lintorf
Der Rat beschloss den nächsten Schritt zum Ausbau des Schulzentrums Lintorf: die Errichtung eines Verbindungsgangs zwischen dem Hauptgebäude des Schulzentrums und der heutigen Heinrich-Schmitz-Schule. Diese Grundschule wird bekanntlich gerade neu gebaut, ganz in der Nähe des heutigen Standorts auf dem ehemaligen Sportplatz an der Brandsheide. Sobald die Heinrich-Schmitz-Schule voraussichtlich in einem Jahr in den Neubau zieht, soll das heutige Grundschulgebäude den beiden weiterführenden Schulen im Schulzentrum, dem Kopernikus-Gymnasium und der Käthe-Kollwitz-Realschule, zugeschlagen werden. Dafür sollen die beiden zurzeit getrennt stehenden Gebäude baulich verbunden werden. Der Rat beschloss die Vergabe an einen Totalunternehmer sowie die Beauftragung erster Planungsleistungen und gutachterlicher Untersuchungen.
Rat beschließt Ausbau des Kommunalen Ordnungsdienstes mit Dauerpräsenz in Ratingen-West
Die Stadt Ratingen wird den kommunalen Ordnungsdienst (KOD) deutlich ausbauen. Der Rat der Stadt beschloss auf Vorschlag des Bürgermeisters, 15,5 neue Stellen für den KOD einzurichten und damit den Personalbestand annähernd zu verdoppeln. Darüber hinaus wird es bereits in Kürze eine Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger mit regelmäßigen Öffnungszeiten im Stadtteilbüro Ratingen-West geben. „Wir sehen diese Anlaufstelle als Baustein eines ganzheitlichen Quartiersmanagements“, sagt Bürgermeister Anders. „Wir wollen jederzeit ansprechbar sein für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils, wenn diese etwas auf dem Herzen haben.“ Mittelfristig wird dann mit der Personalaufstockung auch die Präsenz des KOD auf den Straßen verstärkt.
Innovationspreis für junge Gründerinnen und Gründer
In Ratingen wird ein Innovationspreis für junge Gründerinnen und Gründer eingeführt. Dafür gewährt die Stadt dem Coworking-Space „Living Room“ einen Zuschuss in Höhe von 7.500 Euro. Den Großteil der erforderlichen Mittel stellen Sponsoren zur Verfügung. Das Wettbewerbsformat richtet sich an Gründerinnen und Gründer sowie an Vorhaben in der (Vor)gründungsphase. Mit dem Wettbewerb wird eine positive Standortwirkung angestrebt. Durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll eine hohe Reichweite erzielt und das Image der Stadt als innovativer Wirtschaftsstandort gestärkt werden.
Generalsanierung der Erich-Kästner-Schule auf den Weg gebracht
Der Rat stellte mehr als 15 Millionen Euro für die Generalsanierung der Erich-Kästner-Schule in Ratingen-West zur Verfügung. Die Großbaumaßnahme, die auch eine Erweiterung des Schulstandortes durch einen neuen Ergänzungsbau vorsieht, soll durch einen Totalunternehmer über einen Zeitraum von vier Jahren unter laufendem Schulbetrieb realisiert werden. „Die Sanierung und Erweiterung der Erich-Kästner-Schule ist ein wichtiger Teil unserer Investitionsoffensive für Ratingen-West“, sagte Bürgermeister Patrick Anders. „Wie auch an der benachbarten Astrid-Lindgren-Schule schaffen wir hier beste Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler des Stadtteils.“
Demnächst werden neben Dach- auch Fassadenbegrünungen gefördert
Die Stadt Ratingen erweitert ihr bestehendes Förderprogramm für Dachbegrünungen und fördert ab März 2026 auch Maßnahmen zur Fassadenbegrünung. Auch so genannte Biodiversitätsbausteine, die zum Beispiel eine Dachbegrünung ökologisch aufwerten, können bald gesondert gefördert werden. Außerdem werden die Zuschüsse erhöht. Bei einer extensiven Dachbegrünung können dann maximal 30 Euro pro Quadratmeter gewährt werden (bisher 15 Euro). Ebenfalls verdoppelt wird die Förderung einer intensiven Dachbegrünung: von bisher 30 auf 60 Euro pro Quadratmeter. Eine Fassadenbegrünung kann mit maximal 60 Euro pro Quadratmeter gefördert werden. Das Ratinger Förderprogramm für Dachbegrünungen existiert seit 2020 und hat ein Volumen von insgesamt 50.000 Euro pro Jahr. Im ersten Jahr war diese Summe noch komplett abgerufen worden, danach sank die Nachfrage deutlich. Durch die Erweiterung erhofft sich die Stadt Ratingen eine Revitalisierung des Programms.
Fahrplan für Blauen See vorgestellt
Die Verwaltung gab einen Überblick über die durchgeführten und geplanten Baumaßnahmen am Blauen See. Zusammengefasst, plant die Stadt Ratingen eine bauliche Auffrischung des in die Jahre gekommenen Geländes, insbesondere im Eingangsbereich. Abgängige Gebäude werden abgerissen, stattdessen entsteht ein schöner Ort zum Verweilen in der Natur mit toller Aussicht auf den See und einem attraktiven Spielplatz. Mit der Umsetzung der Pläne kann im Jahr 2027 gerechnet werden, nach den Abrissarbeiten und der ebenfalls geplanten Sanierung der Kalköfen in dem Bereich. Zudem haben im Hochbaubereich die Restarbeiten an der Naturbühne Priorität.
Stadt Ratingen