Neujahrsempfang 2026 als Auftakt der 750-Jahr-Feierlichkeiten

450 Gäste waren der Einladung von Bürgermeister Patrick Anders gefolgt

Das Stadtjubiläum 2026 war (natürlich) das große Thema beim Neujahrsempfang der Stadt Ratingen in der Stadthalle, zu dem erstmals der im September gewählte Bürgermeister Patrick Anders eingeladen hatte. 450 Gäste aus allen Bereichen der Ratinger Stadtgesellschaft konnte Anders begrüßen. Viele von ihnen waren natürlich auch gekommen, um zu hören, was der neue Bürgermeister nach einigen Wochen im Amt zu sagen hat. In allererster Linie diente der Empfang aber als feierlicher Auftakt der 750-Jahr-Feierlichkeiten, die Ratingen das ganze Jahr 2026 hindurch prägen werden.

Unter den Ehrengästen befanden sich die Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese, die Landtagsabgeordneten Elisabeth Müller-Witt und Dr. Jan Heinisch sowie der Bürgermeister der Nachbarstadt Heiligenhaus, Björn Kerkmann. Auch waren gleich drei Alt-Bürgermeister gekommen. Patrick Anders begrüßte seine Vorgänger Klaus Pesch (Stadtoberhaupt von 2014 bis 2025), Harald Birkenkamp (2004-2014) und Wolfgang Diedrich (1994-2004). Der ehemalige Stadtdirektor (1972-1986) und Ehrenringträger der Stadt Ratingen, Dr. Alfred Dahlmann, hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen.

Patrick Anders hat sein Amt als Bürgermeister am 1. November 2025 angetreten. Obwohl seitdem nicht einmal „die berühmten 100 Tage vergangen sind, die man gemeinhin neuen Verantwortungsträgern für eine erste Bilanz einräumt“, so der Bürgermeister, empfinde er den Anfang seiner Amtszeit als sehr gut. „Bei meinen zahlreichen und vielfältigen Begegnungen mit Menschen aus Ratingen verspüre ich eine unglaublich positive Stimmung. Ich bin von der Stadtgesellschaft, also von Ihnen, sehr herzlich aufgenommen worden.“

Ebenso lese er aus den zahlreichen positiven Rückmeldungen aus dem Kreis der mehr als 1.400 Beschäftigten der Stadt Ratingen eine starke Motivation, gemeinsam für die Zukunft der Stadt anzupacken. „Allein kommt man nicht weit“, sagte Anders, „schon gar nicht, wenn man die Infrastruktur für eine Stadt mit 90.000 Einwohnern in Schuss halten muss.“ Auch wenn Ratingen hier ein hohes Niveau aufweise, gebe es sehr viel zu tun, um einerseits das Niveau zu halten und andererseits noch besser zu werden.

Um die Dimensionen der Herausforderungen konkreter aufzuzeigen, pickte sich Patrick Anders den Bildungsbereich heraus, zu dem er ausdrücklich nicht nur die Schulen, sondern auch Kitas und Sportstätten zählte. „Dies hat für mich die höchste Priorität.“

Bei den Kitas „sind wir schon recht weit, hier benötigen wir noch wenige Neubauten in Ratingen-West und Hösel, dann ist Ratingen voll versorgt mit Kita-Plätzen – und zwar selbst unter Berücksichtigung einer sehr hohen Versorgungsquote für unter Dreijährige. Das können nicht viele Städte in unserem Bundesland von sich sagen.“

Bei den Sportstätten werde Schritt für Schritt ein ehrgeiziges Modernisierungsprogramm abgearbeitet – Hallensanierungen bzw. -neubauten, Kunstrasenplätze, Runderneuerung des Stadions etc.

Und bei den Schulen, überschlug Anders, „investieren wir aktuell und in den nächsten Jahren insgesamt eine dreistellige Millionensumme, wenn man alle konkret geplanten und bereits im Bau befindlichen Projekte addiert.“ Das seien gewaltige Dimensionen, „bei denen manch einer auch erschrecken mag“. Aber ein großer Teil der Maßnahmen gehe auf gesetzliche Anforderungen zurück. Ratingen sei zudem wirtschaftlich stark genug, um diese Investitionen zu stemmen, und: „Wer am falschen Ende spart – und bei den Schulen zu sparen, bedeutet definitiv am falschen Ende zu sparen – der zahlt am Ende doppelt und dreifach. Um es auf den Punkt zu bringen: Einladende, moderne Schulgebäude, in denen sich unsere Kinder wohlfühlen, gehören zu den schönsten Visitenkarten, mit denen sich eine Stadt schmücken kann.“

Anders zählte die größten Projekte auf und hob hervor, dass ein großer Investitionsschwerpunkt in Ratingen-West liegt, mit dem Sporthallenneubau im Schulzentrum, dem Grundschulneubau beim Abenteuerspielplatz und dem gleichzeitigen Neubau des Abenteuerspielplatzes selbst in der Nachbarschaft sowie der Kernsanierung der Erich-Kästner-Schule. Dazu nannte er den Neubau der Heinrich-Schmitz-Schule in Lintorf sowie die OGS-Neubauten an der Wilhelm-Busch-Schule in Hösel und der Johann-Peter-Melchior-Schule in Lintorf.

Bei vielen dieser Projekte beschreite man auch ungewohnte Wege, um den Bau zu beschleunigen. Anders dankte dem Rat der Stadt, dass dieser fraktionsübergreifend und konstruktiv daran mitwirke, Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse zu beschleunigen, denn: „Wir wollen doch gemeinsam etwas bewegen für unsere Heimatstadt.“

Gerade im Jahr 2026 sind jedoch Arbeit und Vergnügen dicht beieinander. „Unserem großen Stadtjubiläum sehe ich mit Begeisterung entgegen, denn wir haben gemeinsam ein extrem vielfältiges Programm ausgearbeitet.“ Er dankte allen engagierten Akteuren aus der Stadtgesellschaft für ihre Ideen und ihre Bereitschaft, diese Ideen auch umzusetzen. So schaffe man es, dass im Jubiläumsjahr von Anfang bis Ende stets etwas los ist. Der Neujahrsempfang konnte als Auftakt gelten. Stilecht stießen Bürgermeister Anders, Moderator René le Riche und Bürgerhaus-Wirt Christian Pannes mit dem von Pannes kreierten Jubiläumsbier „1276“ auf 750 Jahre Stadt Ratingen an.

Im Talk mit le Riche gab später Alexander Meinhardt, Koordinator der Steuerungsgruppe Stadtjubiläum, einen kurzen Überblick über die wichtigsten Veranstaltungen, vom Parkleuchten im März über den Mittelaltermarkt und das Festmahl im Sommer bis hin zur Gründungsparty im Dezember. Dr. Edgar Dullni, Baas der Ratinger Jonges, skizzierte gleich drei schöne Projekte, die von den Jonges (mit) durchgeführt werden: Drei-Türme-Fest, Turmstraßenfest und Stadttor-Simulationen. Thomas Frühbuss, Sprecher der Standortinitiative InWest, richtete den Blick in die Zukunft der Stadt. Der „Westbahnlauf“ im Herbst soll auf unterhaltsame und sportliche Weise noch einmal Werbung für die Reaktivierung des Personenverkehrs im Ratinger Westen machen.

Erstmals zu sehen war auf dem Neujahrsempfang der neue Image-Film der Stadt Ratingen, der aus Anlass des Jubiläums erstellt worden ist, fortan aber dauerhaft die Schönheiten unserer Stadt ins rechte Licht rücken soll. Die Musik war (natürlich) auch made in Ratingen. Das Ensemble „SchlagFertig!“ der städtischen Musikschule begeisterte mit außergewöhnlichen Klängen. Und Lutz Kniep brillierte nicht nur als Solotrompeter, sondern hatte auch eine mitreißende Lasershow zum Stadtjubiläum entworfen, die die Gäste zum Finale regelrecht von den Sitzen riss.

Stadt Ratingen