Eine Stimme gegen Antiziganismus: Gianni Jovanovic liest in Ratin-gen

Autobiographie „Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit“ / Lesung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus lädt die Integrationsbeauftragte der Stadt Ratingen gemeinsam mit dem Medienzentrum und der VHS am Dienstag, 17. März, zu einer besonderen Lesung mit Gianni Jovanovic ein. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und findet im Medienzentrum am Peter-Brüning-Platz 3 statt. Eröffnet wird der Abend mit einem Grußwort des Bürgermeisters Patrick Anders. 

Die Lesung aus dem Buch mit dem Titel „Ich, ein Kind der kleinen Mehrheit“ ist bereits die dritte Veranstaltung in diesem Format. Während sich die ersten beiden Veranstaltungen thematisch mit Diskriminierung im Allgemeinen sowie mit der Ausgrenzung schwarzer Menschen befassten, rückt die diesjährige Veranstaltung insbesondere die Themen Antiziganismus, fragile Männlichkeit und Queerfeindlichkeit in den Fokus.

Gianni Jovanovic liest aus seiner gemeinsam mit der Journalistin Oyin Zamora Alashee verfassten Biografie. Das Buch erzählt von einem außergewöhnlichen Lebensweg, der geprägt ist von Ausgrenzung und Diskriminierung, aber auch von Selbstermächtigung, Befreiung und gesellschaftlichem Engagement.

Gianni Jovanovic wurde 1978 in Rüsselsheim geboren und erlebte bereits früh mit seiner Familie wiederkehrende rassistische Anfeindungen. Mit 14 Jahren wurde er verheiratet, mit 17 war er bereits zweifacher Vater. Anfang der 2000er Jahre folgte sein mutiges Coming-out als schwuler Mann – ein entscheidender Schritt hin zu einem selbstbestimmten Leben. Heute lebt er seit über 18 Jahren mit seinem Ehemann zusammen, ist zweifacher Großvater und zählt zu den bekanntesten Stimmen der Romnja und Sintizze in Deutschland.

In seiner Lesung spricht Gianni Jovanovic offen über schmerzhafte Erfahrungen, strukturellen Rassismus und gesellschaftliche Ausschlüsse. Gleichzeitig thematisiert er Fragen von Männlichkeitsbildern, sexueller Identität und Mehrfachdiskriminierung und entwirft eine klare Vision für eine antirassistische, diverse und solidarische Gesellschaft. Mit Charme, Humor und großer Offenheit gelingt es ihm, auch schwierige Wahrheiten zugänglich zu machen und das Publikum zum Nachdenken anzuregen.

Die Veranstaltung ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus und setzt ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Anmeldung per Mail an imf@ratingen.de

Stadt Ratingen