Kanada- und Nilgänse in Ratingen

Mittlerweile gehören sie fast an allen Gewässern in NRW zu einem gewohnten Bild: die Kanadagänse und die Nilgänse. Einerseits sind es beeindruckende Tiere mit einem prachtvollen Gefieder und imposanter Größe. Andererseits erregen sie die Gemüter, da die Hinterlassenschaften der Gänse das Verweilen auf den Wiesen und in Parks stört. 

Die Kanadagänse wurden ursprünglich aus Nordamerika zur Bereicherung von Parks nach Europa eingeführt. Die Nilgans haben die Menschen aus Afrika nach Europa gebracht und diese ist hier aus der Gefangenschaft geflohen. Zusammen mit den Graugänsen gehören Kanadagänse und Nilgänse zu den sogenannten Sommergänsen. 

Hier stellt die Stadt Ratingen wichtige Informationen zur Biologie und dem Umgang mit den Gänsen bereit.

Informationen zur Biologie und dem Umgang mit Gänsen

Der Grüne See im Erholungsgebiet Volkardey ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Ratingen. Besonders in den Sommermonaten ziehen die weitläufigen Wiesen am Wasser zahlreiche Bürgerinnen und Bürger an. 

Doch die Attraktivität des Geländes sorgt auch für Herausforderungen: Die Wiesen sind gleichzeitig ein idealer Lebensraum für Wildgänse, insbesondere Kanada- und Nilgänse. Diese bevorzugen Gewässer mit anliegenden Wiesen und einer offenen Sichtachse zwischen beiden Bereichen. Außerdem bevorzugen sie junges nährstoffhaltiges Gras. Ein weiterer Faktor, der die Gänse anzieht, ist die Fütterung durch Menschen. Um den daraus resultierenden Konflikt zu entschärfen, setzt die Stadt Ratingen am Grünen See nun auf ein gezieltes Maßnahmenpaket, welches auf einem zuvor durchgeführten Gänsemonitoring basiert.

Um das Gleichgewicht am Grünen See wiederherzustellen, setzt die Stadt auf eine Umgestaltungen des Lebensraumes, um diesen für die Gänse unattraktiver machen:

  • In Ufernähe werden bestimmte Wiesenabschnitte künftig seltener gemäht. Das höherstehende Gras dient als natürliche Sichtbarriere bzw. potentielle Versteckmöglichkeiten für Räuber, wie z.B. Füchse. Außerdem bevorzugen Gänse junges nachwachsendes Gras, welches viele Proteine enthält. Dagegen bietet eine lange und strohige Wiese weniger Nährstoffe.

  • Außerdem erfolgt eine gezielte Uferbepflanzung: Durch die Anpflanzung von standortgerechten Weiden wird der direkte Zugang und die Sicht vom Wasser auf die Wiesen erschwert. Dadurch können die Gänse den Lebensraum ebenfalls nicht überblicken und scheuen diesen Bereich wegen der Versteckmöglichkeiten von Räubern. 

Die vorgestellten Maßnahmen müssen für die volle Wirksamkeit durch weitere Maßnahmen ergänzt werden. Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg dieser Maßnahmen ist das Verhalten der Besucher. 

Die Stadt Ratingen erinnert eindringlich daran, dass das Füttern von Gänsen am Grünen See strengstens untersagt ist. Die Fütterung verschärft das Problem. Sie führt dazu, dass sich die Tiere in unnatürlich hoher Zahl an den Hauptwegen konzentrieren. Zudem belasten Speisereste wie Brot die Ökologie des Grünen Sees und schaden der Gesundheit der Tiere.

Ziel der Maßnahmen ist es, den Grünen See als hochwertigen Erholungsraum für alle Ratingerinnen und Ratinger zu erhalten. Durch die Kombination aus landschaftlicher Gestaltung und dem Verzicht auf Fütterung kann ein harmonisches Miteinander von Menschen und Tieren langfristig gesichert werden. Die Stadt bittet alle Besucherinnen und Besucher um Verständnis für die abschnittsweise höher wachsenden Wiesen und um Mithilfe beim Einhalten des Fütterungsverbots.

Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) führt ein Monitoring der Sommergänse durch, zu denen auch die Kanadagänse und Nilgänse gehören. Im Folgenden werden die Ergebnisse der NWO bezüglich Kanada- und Nilgans zusammengefasst.

Bei der Kanadagans zeigte sich über den gesamten erfassten Zeitraum von 2011 bis 2024 ein statistisch signifikanter Zuwachs von im Schnitt 3,1 % pro Jahr. Die Kanadagänse verzeichneten in den Jahren 2022–2023 einen Rückgang. Im Jahr 2024 stiegen die geschätzten Bestände wieder und erreichten ein Maximum von knapp 15.500 Individuen.

Die Nilgans zeigte sich über den gesamten Zeitraum von 2011 bis 2024 einen signifikanten Zuwachs von durchschnittlich 4,3 % pro Jahr. Das geschätzte Populationsmaximum wurde für das Jahr 2024 festgestellt (8.900 Individuen). Nachdem es 2021 eine temporäre Abnahme der Populationsgröße erfolgte, zeigten die Populationen im Zeitraum 2022–2024 wieder einen weiteren Zuwachs.