Die Geschichte des Ratinger Wochenmarktes

Der historische Stadtkern Ratingens hat auch heute noch die gleiche Ausdehnung und Straßenführung wie im Mittelalter, als er von Mauern und Türmen umzogen war. Am Marktplatz trafen und treffen noch heute die vier wichtigsten Straßen zusammen: Oberstraße, Bechemer Straße, Lintorfer Straße und Düsseldorfer Straße. Die zentrale Lage des Marktplatzes deutet darauf hin, dass in Ratingen schon früh, noch vor der Stadterhebung, Märkte abgehalten worden sein müssen. Wann die Stadt das Marktrecht erhielt, ist nicht bekannt, doch wird in einer Urkunde von 1371, mit der der Stadt Düsseldorf das Marktrecht verliehen wurde, Ratingens Recht als Vorbild genannt.

Der Wochenmarkt fand auf dem Platz, im Erdgeschoss des Bürgerhauses sowie auf einem Teil der Oberstraße statt. Auf dem Marktplatz selbst waren die Stände mit den Feld- und Gartenfrüchten, neben denen auch Gewerbetreibende ihre Waren anbieten konnten. In der offenen Markthalle des Bürgerhauses waren die Läden der Tuchhändler, Gewandschneider und zuweilen der Scherenschmiede untergebracht. An der Oberstraße, bis etwa in Höhe des Seiteneingangs zur Kirche, standen die Fleischbänke, daneben hatten die Fischbänke ihren Platz; und zwar in unmittelbarer Nähe des schon 1362 erwähnten Marktbrunnens, aus dem die Behälter mit den lebenden Fischen versorgt wurden.

Über die einwandfreie Beschaffenheit der angebotenen Waren wachten schon im Mittelalter strenge Gesetze. Finniges Fleisch oder nicht mehr einwandfreier Fisch durften nur noch auf dem "Faulmarkt" an der Nordseite des Platzes feilgeboten werden. Der Marktmeister gab durch das Aufhängen der Marktfahne das Zeichen für die Eröffnung und überwachte die Waren und die Einhaltung des Marktfriedens.

Neben dem Wochenmarkt fanden drei- oder viermal jährlich Jahrmärkte statt. Dann versammelten sich Seiltänzer, Musiker und Gaukler in der Stadt und sorgten für Spaß und Unterhaltung. Der letzte Jahrmarkt in Ratingen war am 15. Oktober 1888.

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