„Die Trauernde“- die Geschichte eines Denkmals

„Die Trauernde“ ist eines von zahlreichen Denkmalen in Ratingen. Zu finden ist sie auf dem Ehrenfriedhof an der Lintorfer Straße.

Denkmale erinnern an Vergangenes, an Geschehenes, sie haben aber auch oft selbst eine interessante Geschichte. An die Entstehungsgeschichte der Trauernden soll an dieser Stelle erinnert werden.

Das Mahnmal „Die Trauernde“ wurde 1961 von dem Düsseldorfer Bildhauer Max Kratz (1921-2000) geschaffen. Es zeigt eine trauernde Frauenfigur aus Muschelkalk, die sich auf ein Grabkreuz stützt. Im Hintergrund steht ein aus vielen Kreuzen bestehendes, zaunartiges Gebilde. Diese Kreuze sind aus Bronze. Auf ihnen sind die Jahreszahlen beider Weltkriege und das Datum des 22. März 1945, der Tag des alliierten Luftangriffes auf Ratingen, aufgesetzt. „Die Trauernde“ wurde zum Gedenken an die Toten beider Weltkriege und an die Opfer der NS-Diktatur errichtet.

 

 

 

An gleicher Stelle wurde 1926 zum 650- jährigen Jubiläum der Stadt Ratingen das von Friedrich Lepper entworfene Kriegerdenkmal eingeweiht. Dieses Denkmal wurde am 22. März 1945 durch Bomben komplett zerstört.

Während ein Kriegerdenkmal häufig den Tod von Soldaten verherrlicht oder ihm zumindest versucht einen Sinn zu geben, wollte Max Kratz mit seinem Werk von 1961 an die vielen Opfer und Verluste erinnern und vor den Schrecken des Krieges warnen.

Der in Remscheid geborene Künstler und Segelflieger hat selbst als Fallschirmjäger und Sanitäter den 2. Weltkrieg miterlebt. Er wurde mehrmals verwundet und geriet in Kriegsgefangenschaft. Dass zwei in Ihrer Intention so unterschiedliche Denkmale an derselben Stelle errichtet wurden, zeigt recht anschaulich, wie sich Geschichtswahrnehmung im Laufe der Zeit verändert.

Die Entstehung des Denkmals geht auf eine Initiative des Verbandes Deutscher Soldaten (VDS, Kreisgruppe Ratingen Angerland) von 1958 zurück. Zwar unterstützte die Stadtverwaltung grundsätzlich den Vorschlag der ehemaligen Soldaten, das zu diesem Zeitpunkt existierende, schlichte Birkenkreuz, welches 1945 als Mahnmal aufgestellt wurde, durch ein würdigeres Denkmal zu ersetzen. Doch in gestalterischen Fragen gab es einige Meinungsverschiedenheiten.

Einigkeit bestand jedoch in dem Punkt, dass ein Kriegerdenkmal unangemessen sei. Letztendlich bat man drei Künstler um Entwürfe für das künftige Mahnmal. Am meisten überzeugen konnte dann die Idee von Max Kratz. Sowohl der mit der Beratung über die angemessene Form des Denkmals beauftragte Kulturausschuss, als auch der VDS hielten sein Konzept für das geeigneteste.

Max Kratz hatte bereits 1959 den kleinen Trinkbrunnen mit Schlange (Albert-Schweitzer-Schule, Bruchstraße) entworfen. Neben zahlreichen Arbeiten für die Stadt Düsseldorf zählt wohl das 1989 fertig gestellte Bergarbeiterdenkmal in Essen zu seinen bekanntesten Werken.

Am 26.03.1962 wurde „Die Trauernde“ der Öffentlichkeit übergeben.

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