Industriepfad Ratingen

Idee und Konzept

Die Idee, in Ratingen einen Industriepfad auszuschildern, entstand im Jahr 2009. Damals wurde die Ausstellung "Antrieb und Spannung" zur 250jährigen Industriegeschichte Ratingens gezeigt. Die Idee stammt von Michael Lumer: "Das Projekt umfasst die Idee, die industrielle Entwicklung unserer Heimatstadt ausgehend von der ersten Fabrik auf dem europäischen Kontinent, der Baumwollspinnerei Cromford, direkt im Stadtbild zu dokumentieren."

Die ersten vier Stationen des Ratinger Industriepfades wurden am 23. April 2016 eingeweiht. Der Wander- und Radweg verbindet zahlreiche für die industrielle Entwicklung bedeutsame Orte miteinander. An jedem dieser Punkte erläutert eine Stele in Text und Bild die Geschichte des Standortes.

01 Textilfabrik Cromford

Die Baumwollspinnerei Cromford wurde 1783/84 vom Elberfelder Kaufmann Johann Gottfried Brügelmann gegründet. Sie gilt damit als die erste Fabrik außerhalb Englands.

Nach Schließung der Fabrik 1977 wurden die ursprünglichen Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Sie gehören heute zum LVR-Industriemuseum.

02 Kalksteinbruch "Blauer See"

Kalkstein wurde seit dem 15. Jahrhundert in Ratingen abgebaut. Die größte und in Ratingen bekannteste "Kuhle" ist der Blaue See. Der Abbau endete 1932 und der Steinbruch füllte sich anschließend mit Wasser.

03 Herrenhaus Obercromford und ehemalige Ölmühle

Das heute noch erhaltene Mühlengebäude wurde erstmals 1786 als Ölmühle erwähnt. Sie wurde 1983 zu Wohnzwecken umgebaut. Daneben wurden 1799 ein Fabrikgebäude und ein Jahr später ein Herrenhaus am Stauteich (heute Teichstraße) errichtet. Der Teich wurde 1935 vom Reichsarbeitsdienst zugeschüttet.

04 Kalkofen an der Teichstraße

Dieser Kalkofen wurde vermutlich um 1799 von Johann Gottfried Brügelmann für seine Obercromforder Bauvorhaben angelegt.

Es handelt sich um einen Zwei-Kammer-Brennofen. Während des Brennvorgangs in einer der Kammern konnte die andere ausgeräumt und für den nächsten Brand neu beschickt werden.

05 Papierfabrik Bagel

Der Landesherr Kurfürst Karl Theodor erteilte 1789 dem Elberfelder Papierhändler Johann Bargmann die Erlaubnis zum Betrieb einer Papiermühle. Zunächst wurde das Papier von Hand geschöpft. August Bagel kaufte und modernisierte die Mühle 1852 und setzte Maschinen zur Papierherstellung ein. 1984 wurde der Betrieb aufgegeben und die Maschinen nach Pakistan verkauft.
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