Stationen der Wasserkraftroute

Routenverlauf

Dieser Industriewanderweg führt durch das Angertal und widmet sich der Frühindustrialisierung, die ohne die Wasserkraft der Anger nicht denkbar gewesen wäre. Auch der frühere Kalkabbau hat hier seine Spuren hinterlassen.

Von der mittelalterlichen Wasserburg Haus zum Haus führt ein sehr schöner Weg über den Poensgen-Park zum LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford und weiter am Blauen See und an der Auermühle vorbei zur Papierfabrik Bagel. Auch ein Beginn an der ehemaligen Spee'schen Papierfabrik Schüttemühle auf dem früheren Gelände der Angermühle an der Hauser Allee nahe bei der Süd-Dakota-Brücke ist möglich.

Wir starten am Vodafone / D2 Park und enden bei der Papierfabrik.

Es gibt sowohl einen Weg für Wanderer (lila) als auch für Fahrradfahrer (rot).

(Die Stelen-Nummern stimmen nicht mit der empfohlenen Reihenfolge des Weges überein)

Station 1 (Stele 40): Vodafone / D2 Park

"Vom Indstrie- zum Dienstleistungsstandort"

Die Firma Wayss & Freitag errichtet 1962 auf einer zuvor landwirtschaftlich genutzten Fläche ein Werk für Betonfertigteile. Der Standort war günstig: Über die Bahnstrecke zwischen Wülfrath und Duisburg konnte der Kalk angeliefert werden und der Kies kam aus umliegenden Sandgruben. 1979 wurde dass Werk stillgelegt.

Bis das Gelände eine neue Nutzung erhielt, verging viel Zeit.

Wo einst Beton gemischt wurde, stteht heute ein moderner Gewerbepark mit einer Nutzungsfläche von ca. 12.000 qm für Unternehmen der Telekommunikation.
Zunächste hatte die Firma Eutelis hier ihren Sitz, anschließend bezog Vodafone, ehemals D2 Mannesmann, die Gebäude. Das Unternehmen ist heute einer der größten Arbeitgeber in der Stadt.

Der Wandel von Industrie- zum Dienstleistungsstandort ist hier wie auch in anderen Ratinger Stadtteilen zu beobachten.

Station 2 (Stele 41): Angermühle / Papiermühle

Angermühle, Papiermühle, ehemaliger Standort Firma Siebeck und Autohaus Giertz

Die erste urkundliche Nennung der Angermühle geht auf das Jahr 1343 zurück, als Graf Adolf von Berg seeine Mühle beim Angerhof an die Stadt Ratingen in Erbpacht gab. Die Einnahmen aus dem mit der Mühle verbundenen Mahlzwang trugen wesentlich zum Reichtum der Stadt bei. Als der Mahlzwang unter preußischer Verwaltung 1811 aufgehoben wurde, verkaufte die Stadt die Mühle an den Grafen von Spee. Dieser betrieb dort eine Papiermühle, die in den folgenden Jahrezehnten immer weiter ausgebaut wurde. Nach ihrem Verwalter hieß die Papiermühle auch "Schüttermühle", nach ihrer Lage auch "obere Papierfabrik", da angerabwärts eine weitere bestand.

Nach Stilllgung der Fabrik bezogen 1913 die "Düsseldorfer Metallwerke, Dipl. Ing. Alois Siebeck" Mühle und Papierfabrik und produzierten hier Industrieamarturen vor allem für den Bergbau. 1957 wurde der Betrieb, nun unter der Bezeichnung "Siebeck Metallwerk GmbH", an die Sand-/Dechenstraße in Ratingen-West verlegt.

Zwischen 1957 und 2017 nutzte das Autohaus Giertz das Gelände.

Station 3 (Stele 1): LVR Industriemuseum, Textilfabrik Cromford

"Der Wuppertaler Kaufmann und Unternehmer Johann Gottfried Brügelmann gründete 1783/84 die Baumwollspinnerei Cromford. Sie gilt heute als erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem eruopäischen Kontinent. Die frühindustrielle Anlage aus dem späten 18. Jahrhundert íst fast vollständig erhalten: die "Ate Fabrik" die fünkstöckige "Hohe Fabrik", das spätbarocke Herrenhaus, die Arbeiterwohnungen, das Kontor und das Radhaus, das einst das Wasserrad beherbergte.

Station 4 (Stele 2): Kalksteinbruch "Blauer See"

Der Kalkstein im Ratinger Gebiet entstand vor etwa 345 Millionen Jahren aus den versteinerten Resten riesiger Korallenriffe. Seit dem 15. Jahrhundert wurde er abgebaut, wovon noch heute zurückgebliebene "Kuhlen" im Oberbusch zeugen. Die größte und in Ratingen bekannteste, der "Blaue See", gehörte zu den "Cromforder Kalksteinbrüchen". Nach dem der Abbau von Kalk und Dolomit 1932 aufgegeben wurde, füllte sich der Steinbruch mit Wasser. Auf dem höher gelegenen Steinbruch, dem "Grauen Loch", befindet sich die Freilichtbühne.

Station 5 (Stele 3): Ober-Cromford und Ölmühle

Johann Gottfried Brügelmann ließ 1799 in Obercromford ein Fabrikgebäude für seine Baumwollspinnerei errichten, die "Fabrik am Teich". Die Bezeichnung leitet sich von einem ehemaligen Stausee ab, der das Antriebssystem der Cromforder Spinnereien mit Wasser versorgte. Ein Jahr später baute Brügelmann neben der Fabrik ein Herrenhaus. Nach seinem Tod erbte sein Sohn Jakob Wilhelm "Obercromford".

Station 6 (Stele 4): Alter Kalkofen Teichstraße

Lange Zeit in Vergessenheit geraten, wurde neben einem verlassenen Kalksteinbruch diessr gut erhaltene Kalkofen wieder entdeckt. Spuren von weißlichen Krusten deuten darauf hin, dass in diesem Ofen sogenannter Branntkalk hergestellt wurde.

Station 7 (Stele 5): Auermühle im Angertal

Der Name der Auermühle bezieht sich auf ihre Lage direkt an der Anger, denn Aue bezeichnet ein Land am Wasser, am Uferrand. Erwähnt wurde die Mühle bereits 1477, aber als Kornmühle wurde sie im Kataster der Gemeinde Eggerscheidt erstmals 1833 aufgeführt. Nachdem das aus dieser Zeit stammende Mühlengebäude abgebrannt war, ließ der Müller Heinrich Hausmann um 1900 ein neues errichten. Da sein Betrieb gegenüber den Großmühlen aber nicht mehr konkurrenzfähig war, nutzte er das Gebäude als Restaurationsbetrieb. Und bei deser Funktion blieb es über die letzten mehr als 100 Jahre. Die Auermühle ist bis heute ein beliebtes Ausflugsziel - nicht nur für die Ratinger Bevölkerung.

Station 8 (Stele 6): Papierfabrik August Bagel

Neben der Wasserkraft als Antriebsenergie benötigte man für die Papierherstellung weiches, reines Wasser. Beide lieferte die Anger und ihr Ufer war von daher ein idealer Standort für diese Gewerbe. Mir kurfürstlicher Erlaubnis gründete der Elberfelder Papierhändler Johann Bergmann hier 1789 eine Papiermühle. Im Jahr 1852 erwarb August Bagel den Betrieb und modernisierte ihn: Maschinen ersetzten die Handarbeit, eine Dampfmaschine ergänzte das Wasserrad. Hergestellt wurde Schreib- und Druckpapier für die eigene Durckerei. Bis 1980 produzierte hier die Firma Bagel Papier, danach wurde noch bis 2013 eine Druckerei für Etiketten betrieben. Noch heute ist die Bagel Gruppe in Familienhand und ist eine der leistungsstärkten Druckereigruppen Europas.

Zu den Gebäuden von 1852 gehören das Papierlager, die Bleicherei und das Lumpenlagr sowie die ersernen Brücken. Auch die Turbinenanlage ist noch zu sehen.

Heute sind Künstler, Handwerker - und Dienstleistungsbetriebe sowie in Kindergarten hier ansässlig.

Bildergalerie

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Arbeitskreis Industriepfad:

Manfred Buer, Verein Lintorfer Heimatfreunde e.V. 

Claudia Gottfried, LVR Industriemuseum, Textilfabrik Cromford

Georg Hoberg, Ratinger Jonges

Wolfgang Küppers, Freunde und Förderer des Museums Cromford

Michael Lumer, Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen e.V.

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Olaf Tünkers, Unternehmensverband Ratingen