Station 11: Energie und Denkmalschutz

Das Gut Volkardey ist ein altes Rittergut mit einer bewegten Geschichte, das 1458 als Volkardeien erstmals erwähnt wurde. Es gehörte zur alten Honschaft Rath, die von 1815 bis 1899 als Gemeinde der Bürgermeisterei Eckamp angehörte. Bei der Eingemeindung von Rath nach Düsseldorf kam das Gut Volkardey nach Ratingen. Zeitweilig wurde es unter den Rittersitzen des alten Bergischen Amtes Angermund aufgeführt. Die Eigentümer haben häufig gewechselt. Das Gut Volkardey befindet sich heute im Besitz der Familie Leuchten, die seit langem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist für ihre Pferdezucht.

Das Herrenhaus von Gut Volkardey wurde Anfang des 18. Jahrhunderts in seiner heutigen Form erbaut und zunächst vor allem als Sommerresidenz genutzt. 1866 erfolgte ein Umbau des herrschaftlichen Wohnsitzes. Er ist von einem Wassergraben umgeben, der vom Schwarzbach gespeist wird, und eingebettet in eine von Äckern, Wiesen und Weiden geprägte Kulturlandschaft.

 

Zu dem Gut Volkardey gehörte von Anfang an auch die Volkardeyer Mühle. Sie ist eine der ältesten und bedeutendsten Mühlen am Schwarzbach. 1530 wurde sie bereits erwähnt in einer Streitsache zwischen dem damaligen Besitzer Reynart up der Volkardeien und dem Kloster in Rath. Von dem Wasserrad der Mühle liefen Transmissionsriemen zu den eisernen Rädern des gegenüber liegenden Turmes, die die Dreschmaschine des Gutes Volkardey antrieben. Die Wassermühle wurde auch zum Mahlen von Korn genutzt. Im 17. Jahrhundert und erneut 1820 wurde sie neu errichtet. Der dem Bach zugewandte Teil erhielt eine Auskleidung mit Grabplatten aus der säkularisierten Kirche des Kreuzherrenklosters in Düsseldorf. An der Volkardeyer Mühle wurden sie, wie damals üblich, als Baumaterial wieder verwendet und sollten die Gebäudewand schützen. 1950 wurde die Wassermühle still gelegt. 1984 wurde die eigentliche Mühlenanlage mit dem Wasserrad, Mahlgängen und Getriebe abgebrochen. Die ehemalige Mühle wurde am 31.05.1985 unter Denkmalschutz gestellt und wird heute als Wohnhaus genutzt.

Für unsere frühen Vorfahren war zur Gründung von Siedlungen das Vorhandensein von Wasser ausschlaggebend. Für die Bewohner jedes Hauses war eine sichere Wasserversorgung lebenswichtig. Verunreinigtes Wasser konnte die Entstehung und Ausbreitung schwerer Krankheiten beschleunigen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in Ratingen erste Wasserleitungen verlegt. Sauberes Wasser  ist auch heute noch ein kostbares Gut, das es zu schützen gilt.
Fließgewässer bescherten ihren Anwohnern außerdem die Möglichkeit, ihre Energie zu nutzen. Das Bergische Land mit seinem engmaschigen Netz von Fließgewässern, die zudem ein teils starkes Gefälle aufweisen und von hohen Niederschlagsmengen gespeist werden, wurde schon früh dichter besiedelt als das Umland. Handwerksbetriebe errichteten ihre Anlagen an den Fließgewässern und konnten mittels Wasserenergie zum Beispiel Hammerwerke zur Eisenverarbeitung einsetzen. In der Lebensmittelverarbeitung wurden Wassermühlen zum Mahlen von Korn oder zum Pressen von Öl verwendet. Diese Aufgaben übernahmen in ebenen Landschaften die Windmühlen. Die damals ausschließlich genutzte Wind- und Wasserenergie ist im Gegensatz zum heute in Industriestaaten überwiegend zwecks Energiegewinnung stattfindenden Verbrennen fossiler Energieträger regenerativ und klimaneutral. Wasser, Wind, Sonne und Erdwärme können dem Menschen nahezu uneingeschränkt bis in die ferne Zukunft umweltfreundliche Energie liefern.

Stadtwappen mit Schriftzug

Kommunale Dienste

Büro:
Lintorfer Straße 38,
40878 Ratingen

1. Obergeschoss
Stadtplan

Persönlicher Kontakt:
Angelika Genieser
Raum 106
Telefon 02102 550-6731
Fax 02102 550-9670
E-Mail: Angelika.Genieser
@ratingen.de

Postanschrift:
Postfach 101740
40837 Ratingen