Station 09: Wasservögel

 

Die beiden Seen im Erholungspark Volkardey nehmen zusammen den Anteil von zwei Dritteln an der gesamten Wasserfläche Ratingens ein und sind vor allem sehr bedeutend als Rastplatz für Zugvögel. Wasserflächen und ihre Umgebung bieten Vögeln einen Lebensraum mit einem ausgeglichenen Mikroklima und einem großen Nahrungsangebot.

Im Erholungspark Volkardey gibt es eine Vielzahl von Vögeln unterschiedlicher Standortansprüche. Neben typischen Wald- und Waldrandarten und Arten, die allgemein in Gärten, Grünanlagen und Parks häufig sind, kommen hier viele Vogelarten vor, die auf das Vorhandensein von offenen Wasserflächen angewiesen sind. Standvögel bleiben ganzjährig in der Region und brüten an geschützten Stellen nahe des Ufers oder auf der Vogelschutzinsel. Zugvögel rasten im Park oder verbringen den ganzen Sommer hier und überwintern im europäischen Süden.

Kurz nach den Abbautätigkeiten kamen im heutigen Erholungspark auch Arten vor, die typisch für Abgrabungen (der Flussregenpfeifer) und Röhrichte (die Rohrammer) sind. Ihr Vorkommen ist gebunden an großflächige Kiesbänke und Schilfbestände, die es in der Abbauphase gab und dann verschwanden. Die Uferschwalbei st vor einigen Jahren wieder an den Silbersee zurückgekehrt und hat die durch die Ortsgruppe Ratingen des BUND e.V. gepflegte Steilwand wieder bezogen.

 

Häufige Vogelarten wie Schwan, Stockente und Blässhuhn sind an beiden Seen anzutreffen. Seltenere Arten kommen nur auf dem Silbersee vor, der weniger Störungen unterlegen ist. Alle Vogelarten des Silbersees, besonders die Wasservögel sowie Raubvögel und Hühnervögel, wurden ehrenamtlich seit 1976 jährlich in einer Maximaldatenliste erfasst.

In den letzten Jahren haben die Bestände der aus Nordamerika stammenden Kanadagans stark zugenommen. Die großen Trupps dieser auffälligen Tiere sind im Park häufig zu beobachten. Auch die Lachmöwe ist zahlreich vertreten. Ursprünglich war diese Art nur an Küsten verbreitet und konnte sich zunehmend weiter in das Binnenland hinein ausbreiten. Kiebitze waren in den 1980er Jahren am Silbersee angesiedelt. Nachdem sie jahrelang nicht mehr hier vorkamen, haben sich nun wieder einige Paare im Erholungspark niedergelassen. Regelmäßig am Silbersee anzutreffen ist die Reiherente. Sie ernährt sich tauchend von Schnecken, Muscheln, Insekten und Samen. Der Name rührt daher, dass der Schopf an ihrem Hinterkopf an den eines Reihers erinnert.

Der Kormoran lässt sich häufig auf einem geeigneten Ansitz nieder, um sein Gefieder zu trocknen. Dabei breitet er seine Flügel aus und verharrt in dieser Position. Kormorane sind die einzigen Wasservögel ohne Bürzeldrüse, durch deren Fett die übrigen Vogelarten ihr Federkleid vor dem Wasser schützen. Die fettfreien Federn ermöglichen Kormoranen aufgrund des geringeren Auftriebs längere und tiefere Tauchgänge.
Die Seen sind auch Lebensraum für Amphibien wie die Erdkröte. Den Flachwasserbereich unterhalb der Aussichtsplattform nutzen außerdem Grünfrösche als Aufenthaltsort.

Im April 2008 wurde an der Aussichtsplattform eine Tafel angebracht, die über Funde von mittelaltsteinzeitlichen Fragmenten am Silbersee informiert. Offenbar suchten Neandertaler diesen so genannten Atelier-Platz regelmäßig zur Herstellung von Steingeräten auf. Die Funde sind im Museum der Stadt Ratingen ausgestellt.

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