Station 08: Fließgewässer


Der Schwarzbach entspringt in Mettmann im Bereich zwischen Obschwarzbach und Wülfrath. Nach 36 km fließt er bei Düsseldorf-Kaiserswerth in den Rhein. Auf Ratinger Stadtgebiet verläuft er durch zwei Naturschutzgebiete und durch das am 16.12.2006 neu ausgewiesene Landschaftsschutzgebiet "Westlicher Schwarzbach/Silbersee". Der Schwarzbach befindet sich in weitgehend naturnahem Zustand und wurde auch durch die Kiesabbauarbeiten nicht in seinem Verlauf verändert.

 

Ein Bach ist ein fließendes Oberflächengewässer und damit ein dynamisches System. Die aus Fischen und wirbellosen Tieren bestehende Lebensgemeinschaft im Bach wird Makrozoobenthos genannt und ist je nach der Struktur des Gewässers und den vorherrschenden chemischen Bedingungen unterschiedlich zusammengesetzt. Die Temperatur eines waldbeschatteten Bachabschnittes ist verhältnismäßig niedrig und bedingt einen hohen Sauerstoffgehalt. Da der Schwarzbach hier auch wenig mit Nährstoffen belastet ist, deren Abbau Sauerstoff verbraucht, ist seine Gewässergüte mit der Stufe II insgesamt als mäßig belastet zu bezeichnen.

In Bächen mit dieser Gewässergütestufe leben die Larven von Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Prachtlibellen, Bach- und Flussflohkrebse , Flussmuscheln , Erbsenmuscheln, Flussnapfschnecken, Bachtaumelkäfer und Schwimmkäfer. Bei der Biologischen Gewässeruntersuchung nutzt man die gefundenen Tiere mit ihren jeweils speziellen Ansprüchen als Indikator für die Beurteilung der Wasserqualität.

Gegen das Verdriften durch die Strömung sind die am Gewässerboden lebenden Tiere aufgrund unterschiedlicher Anpassungen geschützt. Manche Köcherfliegenlarven verkleben zum Beispiel Steinchen zu einem schweren Köcher, der gleichzeitig Fressfeinde abhält. Fische nutzen an Baumwurzeln ausgewaschene Stellen, sogenannte Auskolkungen, als Unterstand. Die Beine der Wasseramsel sind so kräftig, dass sie sich damit unter Wasser festhalten und im Bachbett laufen kann.

Bei einem natürlichen, kurvenreichen Bachverlauf bilden sich Mäander aus. An den Prallhängen wird ständig Material abgetragen, das sich an den Gleithängen wieder ablagert. Je nachdem, wie viel es in den vorhergehenden Tagen im Einzugsgebiet des Baches geregnet hat, führt er mehr oder weniger, schneller oder langsamer fließendes Wasser. Wenn sich eine Steilwand ausgebildet hat, kann der Eisvogel darin seine Brutröhren anlegen.

Der den Schwarzbach begleitende Auenwald enthält vorwiegend die Baumarten Erle und Esche, daneben kommt die Traubenkirsche vor. In der Strauchschicht wachsen Bergahorn, Heckenkirsche und Schwarzer Holunder, an manchen Stämmen klettert der Hopfen empor. Darunter bilden Gundermann, Hexenkraut, Ehrenpreis und Efeu neben vielen weiteren Pflanzen die Krautschicht. Die Standorte von Auenwäldern sind naturgemäß feucht, nährstoffreich und mild. Nur hin und wieder müssen die Pflanzen Überschwemmungen erdulden.
Die günstigen Wachstumsbedingungen und das Vorkommen immer neu besiedelbarer Stellen durch die Umlagerungen bedingen eine große Artenvielfalt in Auen. Die Aue befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem Gewässer als Lebensraum und den umgebenden Landlebensräumen. Ein solches Saumbiotop heißt Ökoton und verdient besonderen Schutz, denn viele Tiere wie der seltene Pirol brauchen vernetzte Lebensräume.

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