Station 06: Wiese

Im Erholungspark Volkardey gibt es neben den häufig gemähten Rasenflächen auch Wiesen. Eine Wiese zeichnet sich durch eine standortangepasste Vielfalt aus überwiegend mehrjährigen, Licht und Schnitt vertragenden krautigen Pflanzen aus. Wiesen sind Teil der mitteleuropäischen Kulturlandschaft und eng an die Pflege durch den Menschen gebunden. Nur durch regelmäßigen Schnitt jeweils zum richtigen Zeitpunkt können sie dauerhaft erhalten werden. Ausnahmen stellen natürliche, vom Menschen unabhängige Wiesen dar, die es in Mitteleuropa ausschließlich an wenigen, extrem trockenen, nassen, kalten oder Wind exponierten Stellen gibt.

Besonders blütenreiche Wiesen können sich auf nährstoffarmen Standorten entwickeln. Der Boden im Park enthält ein gutes Nährstoffangebot. Deshalb wurden die Flächen früher auch landwirtschaftlich genutzt. Nach jeder Wiesenmahd wird das Mahdgut abtransportiert, damit keine zusätzliche Nährstoffanreicherung stattfindet.
Die Mahd einer Wiese verhindert die Etablierung von gekeimten Gehölzen, die auf Dauer die Wiese beschatten und damit die Standortbedingungen verändern würden. Der Prozess der Sukzession zum Wald wird aufgehalten. Ohne die Tätigkeit des Menschen wäre der größte Teil Deutschlands von Buchenwald bestanden.

Die Wiesen in diesem Park wurden im Rahmen der Rekultivierung angelegt und werden bis auf einen nur alle 3 Jahre gemähten Bereich zweimal jährlich im Juni und September gemäht. Es haben sich die typische Tiefland-Glatthaferwiese und die ruderale Glatthaferwiese ausgebildet. Die Wiesenabschnitte in den verschiedenen Teilbereichen des Parks weisen unterschiedliche Artenzusammensetzungen auf und zeigen damit verschiedene Bodenverhältnisse an.
An den Trampelpfaden treten zusätzlich typische Weidenpflanzen auf, die trittunempfindlich sind. Zur Zeit der Mammuts , deren Zähne in großer Zahl während des Kiesabbaus gefunden wurden, hielten diese Tiere durch ihre Weidetätigkeit große Flächen baumfrei. Hinter der Grillhütte gibt es einen Bereich, an dem von seiner Anlage bis zu seiner Verlandung vor einigen Jahren ein Teich Bestand hatte. Einige Pflanzen wie der Blutweiderich , die sich am Wasser angesiedelt hatten, sind noch nicht völlig verschwunden.

Im Lebensraum Wiese kann man eine Vielzahl unterschiedlichster Tiere beobachten. Am auffälligsten sind die fliegenden und krabbelnden Käfer, Schmetterlinge, Libellen, Bienen, Hummeln und Schwebfliegen. Auch Vögel suchen hier nach Nahrung. An den Stängeln halten sich Heuschrecken, Raupen, Blattläuse und Marienkäferlarven auf. Geschützt im Schatten der Blättchen leben Schnecken und manche Amphibien. Unter der Erde graben Maulwürfe und Würmer ihre Gänge. Engerlinge warten dort darauf, dass ihre Zeit für das Leben über der Erde als Käfer kommt.

Im Laufe der Jahreszeiten verändert sich das Aussehen der Wiese. Es entwickeln sich wechselnde Blühaspekte. Auch viele Tiere sind jeweils nur für bestimmte Zeiträume aktiv. Deshalb sieht man verschiedene Schmetterlinge , wenn man die Wiese mehrmals besucht. Folgen wir dem Pfad weiter zur nächsten Station, können wir uns die Wiese des Geburtstagswaldes ansehen, die unter den anlässlich von Hochzeiten oder Geburten angepflanzten Linden und Eichen gedeiht.

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