Station 05: Siedlungsgeschichte

Während der Bauarbeiten für die Bundesautobahn A 44 wurden 1989 die Überreste einer Eisenzeitlichen Siedlung entdeckt. Diese wurden mittels einer archäologischen Ausgrabung durch die Denkmalbehörde der Stadt Düsseldorf näher untersucht. Der Siedlerbund Ratingen e.V. hat die Rekonstruktion eines Gehöftes erfolgreich vorbereitet und bis zur Ausführung gebracht. Mittlerweile wird die Hofstelle durch den neu gegründeten Verein Eisenzeitliches Gehöft Ratingen e.V. gepflegt, erweitert und mit Leben gefüllt.

Die Ältere Eisenzeit umfasst den Zeitraum von 800 bis 450 v. Chr. und wird untergliedert in die Perioden Hallstatt A bis D. Die Siedlung hatte Bestand von 700 bis 500 v. Chr., also in der mittleren Hallstattzeit (C, 7. Jhdt. v. Chr.) und der späten Hallstattzeit (D, 6. bis Mitte 5. Jhdt. v. Chr.). Die lokale Gewinnung und Verhüttung von Raseneisenerz gilt als erwiesen. Inmitten der Siedlung gab es eine Kultstätte.

Die Siedlung umfasste mindestens 10 Hofstellen. Das nachgebaute Gehöft war in der Eisenzeit unmittelbar am Schwarzbach gelegen. Bei seiner Rekonstruktion nordöstlich des Fundortes wurde eine vergleichbare Lage gewählt. Die Hofstellen waren durch Gräben und Bachschlingen abgegrenzt und lagen auf dünenartigen Erhebungen in der Niederung des Rheins. Aufgrund von Überschwemmungen oder dem natürlichen Verfall der Baumaterialien mussten sie häufig verlagert und einzelne Gebäude ausgebessert oder ersetzt werden.

Jede Hofstelle bestand aus mehreren Gebäuden. In der Regel waren ein Wohnhaus sowie Arbeits- und Speicherbauten vorhanden. Zu dem rekonstruierten Gehöft gehörten ein einschiffiges 6-Pfosten-Haus, zwei rechteckige Bauten mit einem gemeinsamen Eckpfosten, daneben ein Traufgraben, in dem bei den Ausgrabungen außer Scherben und Rotlehmbrocken auch ein verzierter tönerner Spinnwirtel gefunden wurde, ein 4-Pfosten-Speicher in Hanglage, eine wannenförmige Grube mit eingetiefter Feuerstelle und eine Lehmentnahmegrube.

 

Durch viel ehrenamtliches Engagement und persönlichen Einsatz gelang es, alle Bauten vollständig wieder aufzubauen. Dabei wurde natürliches, lokales Baumaterial unter Anwendung eisenzeitlicher Werkzeuge und Methoden verwendet. Nach der Grundsteinlegung durch den Bürgermeister der Stadt Ratingen im Oktober 2000 konnte bereits im Mai 2001 das Richtfest für das Haupthaus gefeiert werden. Seit dem Frühjahr 2004 finden regelmäßige Veranstaltungen statt, und es konnte ein Archäologe  für die wissenschaftliche Begleitung des Projektes gewonnen werden.

Zur Demonstration Eisenzeitlicher Techniken werden im Rahmen der Veranstaltungen von Hobbyisten Werkzeug, Waffen, Kleidung und Schmuck hergestellt. Einige Funde weisen auf eine landwirtschaftliche Tätigkeit der Siedler hin. Im Verbund mit dem Eisenzeitlichen Gehöft  wurde ein Garten angelegt und mit einem Weidenzaun eingefasst. Hier gedeihen Pflanzen, die während der Eisenzeit angebaut wurden, wie Emmer, Einkorn, Rispenhirse, Dinkel, Ackerbohne, Kichererbse, Walderdbeere, Lein und Mohn. Nach der Getreideernte wird das Korn gemahlen und im Steinbackofen, der in einem der Nebengebäude untergebracht ist, zu schmackhaftem Brot gebacken.

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