Station 04: Sukzession - natürliche Entwicklung

Wir befinden uns auf einer alten Schleifsandhalde, die nach Abschluss des Materialauftrags weitgehend sich selbst überlassen wurde. Der feine Sand wurde zum Schleifen von Spiegelglas verwendet. Im Zentrum wurde eine Wiese angelegt und an einem der Hänge eine Seilbahn aufgebaut. Die Bäume haben sich von selbst angesiedelt. Auffällig ist, dass sie nahezu gleich alt sind, weil die Samen zeitgleich keimen konnten. In der Nähe gibt es einen Bienenstand, der von einem Imker des Ratinger Bienenzuchtvereins e.V.  betrieben wird. Von Weitem sieht man die verschiedenfarbigen, Beute genannten Behausungen der Bienenvölker. An der Farbe erkennt jede Biene ihren Bienenstock wieder.

In der Natur gibt es Pflanzenarten, die bevorzugt Rohböden besiedeln. Sie sind an die besonderen Standortbedingungen angepasst und können Trockenheit, Nährstoffarmut und starke Besonnung vertragen. Ohne schützende Pflanzenschicht ist der Rohboden sehr starken Temperaturschwankungen ausgesetzt. Reiner Sand ist trocken und grobkörnig, so dass das Keimen von Samen der meisten Pflanzenarten erschwert ist.
Rohbodenpioniere bilden große Mengen feiner, flugfähiger Samen, die mit dem Wind über weite Strecken transportiert werden. Die Samen sind auch auf Böden ohne Humusschicht gut keimfähig. Zunächst siedeln sich Arten der Sandmagerrasen an. Dazwischen wachsen Birkensämlinge heran.

Werden diese größer und beginnen, den Boden zu beschatten, verschwinden die zumeist kleinen, lichtbedürftigen Pflanzen. Allmählich bildet sich eine Humusschicht.  Der Lebensraum wird langsam nährstoffreicher und durch die Beschattung feuchter, die Temperatur ist ausgeglichener. Unter den jungen Bäumen entsteht eine für Birkenvorwälder typische Krautschicht mit Hainrispengras und geschlängelter Schmiele. Nach Überschreiten des Vorwaldstadiums entwickelt sich ein grasreicher Birkenwald mit entstehender Strauchschicht. Anschließend können sich weitere Baumarten wie die Stieleiche ausbreiten. In der Krautschicht siedeln sich Farne an.

Das Schlussstadium auf sandigem Boden bildet der saure Eichen-Birkenwald. Diese sogenannte Klimax  wird gebildet von einer Lebensgemeinschaft, die dauerhaft in relativ gleich bleibender Zusammensetzung an diesem Standort bestehen bleiben wird.

Als Sukzession wird der natürliche Ablauf von sich nacheinander etablierenden Lebensgemeinschaften bezeichnet, der sich auf einem Standort vom Rohboden bis zum Klimaxstadium vollzieht. Dabei spielen Faktoren wie Ausbreitungsfähigkeit und Konkurrenz eine Rolle. Die meisten Rohbodenpioniere könnten auch auf nährstoffreichen Böden gedeihen, sind dort aber nicht so konkurrenzkräftig und werden von den typischen Pflanzen nährstoffreicher Standorte verdrängt. Oft verhindern konkurrenzstarke Pflanzen mit Hilfe von Wurzelausscheidungen oder durch starke Beschattung von vornherein die Ansiedlung anderer Arten.
Je nach Standort gibt es spezifische Formen der Sukzession. In Mitteleuropa bildet großflächig der Buchenwald die Klimaxgesellschaft, davon ausgenommen sind einige Sonderstandorte mit extremen Bedingungen wie diese Schleifsandhalde mit ihrem sehr wasserdurchlässigen und sauren Boden

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