Tag des offenen Denkmals am 8. September 2019

Veranstaltet von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, findet der Tag des offenen Denkmals jährlich statt.

Dieses Jahr heißt das bundesweite Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Zu diesem Thema werden in Ratingen 4 Führungen und ein Workshop angeboten.

Sie sind herzlich eingeladen sich auf Entdeckungstour zu begeben.

Schloss Landsberg

Im Jahre 1903 erwarb der Mülheimer Industrielle August Thyssen (1842-1926) von den Freiherren von Landsberg-Velen deren Stammschloss, das Burgschloss Landsberg an der Ruhr, heute auf dem Gebiet der Stadt Ratingen gelegen. Was Thyssen vorfand, war eine weitgehend durch die mittelalterliche Burg geprägte Anlage, die im 17. und 18. Jahrhundert durch einen neuen Palas (Wohnhaus) sowie einen Terrassengarten modernisiert worden war.

Thyssen ließ unmittelbar nach dem Erwerb diesen Bau nach Plänen des Architekten Otto Lüer aus Hannover tiefgreifend um- und ausbauen. Zum Tal hin wurden ein Neubau für Speisesaal und Wintergarten sowie Remisen angefügt.

Das Innere enthält im Erdgeschoss Repräsentationsräume: neben den erwähnten eine barocke Eingangshalle und einen "Salon" im Stil des 18. Jahrhunderts. Im Obergeschoss liegen die Wohnräume August Thyssens und ein Gästeapartment im Biedermeierstil. Diesem ist der künstlerische Höhepunkt zugeordnet: ein aufwendiges Badezimmer in den Formen des Jugendstils, das zunächst auf der Weltausstellung von 1900 in Paris zu sehen war und später von Thyssen erworben wurde. Thyssen ließ auch den Terrassengarten, in dessen Mittelpunkt eine unterhalb der Zugangsbrücke gelegene Brunnenanlage steht, wieder herstellen und das umgebende Waldgelände gestalten.

Das Haus diente dem geschiedenen, alleine lebenden Industriellen zur Erholung, aber auch zu geschäftlichen Besprechungen und vor allem gesellschaftlichen und privaten Veranstaltungen. Seinen Wintergarten schmückte Thyssen mit persönlich bei Auguste Rodin in Paris erworbenen Skulpturen.

Das Schloss wurde zunächst von der Familie weiter genutzt. 1929 wurde die "August-Thyssen-Stiftung Schloss Landsberg" gegründet. Im Zweiten Weltkrieg war es mit dem gegenüberliegenden Haus Hugenpoet Sitz eines Planungsstabes der Kriegswirtschaft (Stab Rohland). Nach dem Krieg diente es als Kinderheim und als evangelische Freizeit- und Begegnungsstätte. Anfang der 90er Jahre richtete die Thyssen AG hier ein Schulungs- und Tagungshaus ein. Die historischen Wohn- und Arbeitsräume Thyssens wurden umfassend restauriert, im Bereich der barocken Orangerie entstand ein Wohnturm. Der Park wurde weitgehend in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt und ist einschließlich des umgebenden Waldgeländes für Besucher zugänglich.

Die Teilnehmerzahl pro Führung (11, 12.30 und 14.00 Uhr) ist auf 20 Personen begrenzt.

Die Führungen sind ausgebucht, eine Anmeldung ist nicht mehr möglich.

Der Dicke Turm

Der mächtigste Wehrturm der Ratinger Stadtbefestigung wurde um 1460 als »der grote torn« und 1464 als »der dicke torn« erwähnt. Dass der Dicke Turm an der Turmstraße heute noch erhalten ist, ist eigentlich einem Glücksfall zu verdanken.

1901 beantragte die Stadt den Abriss des Turms, der mit einem Durchmesser von 11,70 Metern und einer Mauerstärke von 3,50 Metern in die Bauflucht der Turmstraße vorsprang, dem Ausbau der Straße entgegen stand und als Verkehrshindernis betrachtet wurde. Provinzialkonservator Paul Clemen, der Landrat und die Regierung in Düsseldorf wehrten sich gegen die Abrisspläne, während 43 Ratinger Bürger mit ihren Unterschriften für die Beseitigung des historischen Relikts plädierten.

Bereits am 23. Mai 2007 konnte der Verein mit einem Richtfest den ersten Bauabschnitt beenden. Nach der Rohbauphase stellten die Jonges im Oktober 2007 den Dicken Turm der Öffentlichkeit vor.

So wurde ein Denkmal erstmals nutzbar gemacht und steht nun den "Ratinger Jonges", aber auch der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Besichtigung:
Sonntag, 8. September 2019, 14.00 - 17.00 Uhr
Turmstraße, 40878 Ratingen
Veranstalter: Heimatverein Ratinger Jonges e.V.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Johann-Peter-Melchior-Schule Lintorf

Die Johann-Peter-Melchior-Schule wurde als Nachfolgebau des baufällig gewordenen Schulgebäudes an der Speestraße im Jahr 1954 auf dem Gelände des „Hofes Hinüber“ am Weiher 4 errichtet und am 16. Oktober desselben Jahres in den Dienst der Jugend gestellt. Die Schule ist nach dem am 8. März 1747 in Lintorf geborenen Porzellanplastiker  Johann Peter Melchior benannt.

Besichtigung:
Sonntag, 8. September 2019, 11.00 Uhr
Am Weiher 4, 40885 Ratingen Lintorf

Veranstalter: Verein Lintorfer Heimatfreunde e.V.
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine Zeitreise durch Ratingen

Museumsworkshop für Kinder von 4- 10 Jahren

Ausstellungsstücke wie historische Stadtsiegel, Werkzeuge und Möbel erzählen von der aufregenden Geschichte der Stadt, die in der Veranstaltung erforscht wird. Natürlich darf auch wieder unter Anleitung künstlerisch gearbeitet werden 

Sonntag, 8. September 2019, 11.30 Uhr
Museum Ratingen, Grabenstr. 21, 40878 Ratingen

Veranstalter: Museum Ratingen
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Entwurf Zukunft. Ratingen-West und das Neue Bauen“

Öffentliche Führung durch die Sonderaustellung

Die Ausstellung rund um Ratingen-West stellt die Konzepte der Stadtplaner von damals vor und fragt, was aus den Visionen der Architekten des Neuen Bauens und des Bauhauses geworden ist.

Sonntag, 8. September 2019, 14.00 Uhr
Museum Ratingen, Grabenstr. 21, 40878 Ratingen

Veranstalter: Museum Ratingen
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Performance „Boris Nieslony: das es geschieht“

Ab 16 Uhr sind die Künstler Myriam Laplante und Antoni Karwowski im Museum Ratingen zu Gast. Die Performances finden statt im Rahmenprogramm der Ausstellung „Boris Nieslony: das es geschieht“. Myriam Laplante und Antoni Karwowski sind Teil von Boris Nieslonys internationalen Performance-Netzwerks. Die Kanadierin Myriam Laplante lebt und arbeitet in Bevegna, Italien. Zu ihrem Werk zählen Performances, Film, Installationen, Gemälde und Skulpturen. Seit 2001 ist sie Mitglied des Performance-Kollektivs Black Market International, zu welchem auch Boris Nieslony gehört. Antoni Karwowski (*1948 in Grajewo, Polen) studierte an der Universität Torun (Polen) Malerei und ist seit 1977 Performance-Künstler und Initiator von zahlreichen Performance Festivals.

Sonntag, 8. September 2019, 16.00 Uhr
Museum Ratingen, Grabenstr. 21, 40878 Ratingen

Veranstalter: Museum Ratingen
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Amt für Kultur und Tourismus
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Minoritenstr. 3a,
40878 Ratingen
Tel. (02102) 550-4111
Fax: (02102) 550-9411

touristinfo(at)ratingen.de

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