Streicher-Vororchester

„Wie kann ein Stück nur so schön sein!“ platzt eine Schülerin nach dem letzten gespielten Ton der „Romanze“ von Hubert Tacke heraus. Nur zwei Monate zuvor, als alle Orchestermitglieder die Noten neu erhielten, klang das noch ganz anders: „Oh nein, nicht die Romanze...!“. So wendet sich das Blatt, wenn ich als Leiterin des Vororchesters, mit der kräftigen Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen im Instrumentalunterricht, Literatur mit dem Streicher-Vororchester erarbeite. Durch das Üben der Orchesterstimme, alleine und im Unterricht, bereiten die SchülerInnen sich auf die wöchentliche Orchesterprobe vor. Die zunächst unbekannten, schwierig zu spielenden Noten werden durch das regelmäßige Üben vertrauter und sicherer. Spannend wird es dann, wenn das ­alleine geübte Stück mit vielen Gleichaltrigen im Orchester zusammen gespielt wird und es darum geht, die Musik gemeinsam zum Klingen zu bringen.

Im März stellten wir beim „Kinderkonzert“ die Streichinstrumente vor.

Im Rahmen des „Tages der offenen Tür“ spielten wir Anfang Juni „Apache“ von Carold Nunez. Musik, die den Wechsel zwischen gebundenem und kurzem Bogenstrich erfordert und das Spielen von Akzenten trainiert. Unser zweites Stück, „Bobby Shaftoe“ von Sheila M. Nelson, verlangt das flüssige Spiel verschiedener Läufe und den Wechsel von leisen zu lauten Stellen. Hierbei wandern die Motive durch alle Orchesterstimmen. So kamen wir gemeinsam auf die Idee, diese vor dem eigentlichen Stück abwechselnd von jeder Stimme mit dynamischer Steigerung so lange spielen zu lassen, bis diese „freie Einleitung“ auf Zeichen beendet wird. Der notierte Notentext führte uns dann zu einer „Forte-Stelle“, die uns so gut gefiel, dass wir beschlossen, sie mehrfach zu wiederholen. Bei so viel Kreativität griffen wir auch in den Schluss des Stückes ein. In einer Spielpause begann eine Schülerin nämlich das Motiv zu zupfen. Daraus entwickelten wir den neuen Schlussteil: vier wiederkehrende Takte aus dem Stück, die zunächst sehr kräftig, dann immer leiser von allen Instrumenten gezupft werden – gewissermaßen „smorzando“. Das ist eine musikalische Spielanweisung und bedeutet ­„ersterbend“.      

 

Das ruhige und melodiereiche „Blow the wind southerly“, ebenfalls von Sheila M. Nelson, ­erfordert genaues Mitzählen der Pausentakte, um den nächsten Einsatz nicht zu verpassen. Im 6/8 Takt ist das gar nicht so einfach! Aber die Instrumental-Lehrer haben die Orchestermitglieder wie immer toll unterstützt und auch auf diese Anforderung gut vorbereitet.

Einen besinnlichen Abschluss des Jahres 2018 bildete das Konzert am ersten Advent in der Evangelischen Stadtkirche. Neben unseren eigenen Orchesterstücken hatten alle Beteiligten viel Freude beim „Transeamus usque Bethlehem“ von Joseph Ignaz Schnabel im gemeinsamen Spiel mit dem Blockflötenensemble „Funny Flutes“. Noch größer besetzt waren die Adventslieder „Es ist für uns eine Zeit angekommen“ und „Stern über Bethlehem“, denn es kamen noch Harfenistinnen und das Schlagzeugensemble „SchlagFertig!“ hinzu. Der ­Zusammenklang von fast 50 Mitwirkenden hat die Mitspieler wie das mitsingende Publikum gleichermaßen begeistert.

Im Moment setzt sich das Orchester aus 20 jungen SchülerInnen aller Streichinstrumente im Alter zwischen 7 und 14 Jahren zusammen. Aufgenommen werden neue MitspielerInnen nach circa zwei bis drei Jahren Instrumentalunterricht. Nach Absprache können neue SchülerInnen unsere Proben besuchen und natürlich werden auch immer Ensemblemitglieder verabschiedet, die in das große Jugendsinfonieorchester unserer Musikschule wechseln. Durch die wöchentliche musikalische Begegnung entstehen oft langjährige Freundschaften.

Streicher-Vororchester
Leitung:
Donja Djember
Kontakt: 02104/40512 oder 0178/1527104
oder donjadjember@web.de
Probe: Donnerstags 17.00 Uhr, Raum 301

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