Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Mit den Integrationskursen stellt die Bundesregierung gemäß § 43 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz ein Grundangebot zur Integration zur Verfügung. Der allgemeine Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs mit 600 Unterrichtseinheiten sowie einem anschließenden Orientierungskurs mit 100 Unterrichtseinheiten. Spezielle Alphabetisierungskurse, umfassen insgesamt 1000 Unterrichtseinheiten.
Auf Antrag ist bei Nichterreichen des sprachlichen Kursziels einmalig eine Wiederholung von 300 Unterrichteinheiten möglich.

Qualifikationsziel:

Im Sprachkurs erlernen die Teilnehmenden die deutsche Sprache bis zum Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens. Hierdurch können sie sich im Alltag zurechtfinden und selbst verständigen. Im Orientierungsteil erhalten die Teilnehmenden zusätzlich Kenntnisse zur Rechtsordnung, Geschichte und Kultur Deutschlands.

Zielgruppe:

Einen Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs haben neben anderen zugewanderten Personen ausländische Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen nach § 25 Abs. 1, 2, 4a Satz 3 oder § 25b Aufenthaltsgesetz besitzen. Hierzu zählen u. a. Personen, die als Asylberechtigte anerkannt sind.

Die Kurse sind auf Antragstellung beim BAMF (Formular: siehe unten) im Rahmen verfügbarer Plätze geöffnet für

  • Asylbewerberinnen und Asylbewerber
    • mit einer Aufenthaltsgestattung und einer guten Bleibeperspektive (dies gilt ab dem 1. August 2019 nur noch für Personen aus Syrien und Eritrea) oder
    • wenn sie vor dem 1. August 2019 in das Bundesgebiet eingereist sind, seit drei Monaten einen Aufenthaltsgestattung besitzen, arbeitsnah sind oder wegen Kindererziehung das Kriterium der Arbeitsmarktnähe nicht erfüllen und nicht aus einem "sicheren Herkunftstaat" kommen.
  • Geduldete, wenn die Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 3 Aufenthaltsgesetz aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen oder wegen erheblicher öffentlicher Interessen erteilt wurde.
  • Personen mit Aufenthaltsgenehmigung nach § 25 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz (Aufenthaltserlaubnis bei längerfristigen unverschuldeten Ausreisehindernissen).

Als sichere Herkunftsstaaten gelten derzeit Albanien, Bosnien und Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal und Serbien.

Als arbeitsmarktnah gelten Personen, die bei der Agentur für Arbeit bzw. beim Integration Point Mettmann ausbildungsuchend, arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet, beschäftigt oder in betrieblicher Berufsausbildung sowie in einer Einstiegsqualifizierung, in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme oder in der ausbildungsvorbereitenden Phase der Assistierten Ausbildung sind.

Kosten:

Die Teilnahme ist für Asylsuchende und Geduldete sowie Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 Aufenthaltsgesetz grundsätzlich kostenlos. Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge können bei unzureichendem Einkommen von der Kostenbeitragspflicht von 1,95 Euro für Neueinsteiger pro Unterrichtstunde befreit werden.

Kursanbieter:

Alle Angebote zu den Integrationskursen sind im Auskunftssystems des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, zu finden: BAMF-NAvI - Startseite