Sprachentwicklung, Sprachförderung und zweisprachige Erziehung

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Bei vielen Familien mit Migrationshintergrund wird im Alltag untereinander eine andere Sprache als die deutsche Sprache gesprochen. Die Kinder wachsen dort muttersprachlich, nicht deutsch auf. Dennoch sind die Deutschkenntnisse enorm wichtig für die spätere schulische und berufliche Entwicklung der Kinder.

Wie also kann der Wunsch nach Vermittlung der Herkunftskultur mit dem Wunsch nach bestmöglichen Zukunftschancen für die Kinder in Einklang gebracht werden?

Ein gutes Beherrschen der Erstsprache ist - unabhängig davon, ob die Erstsprache die deutsche Sprache ist oder die Sprache Ihres Herkunftslandes- eine wichtige Voraussetzung für das Erlernen einer zweiten Sprache. Das belegen wissenschaftliche Untersuchungen. Das heißt, sprechen Sie mit Ihren Kindern die Sprache, in der Sie sich selbst am sichersten fühlen und die Sie selbst am besten beherrschen, auch wenn es nicht die deutsche Sprache ist. Und fördern Sie den Lernprozess Ihrer Kinder in dieser Sprache von Geburt an, denn damit verbessern Sie zugleich die Grundlage für das Erlernen der Zweitsprache.

Mit Beginn des 3. Lebensjahres sollten Sie dann aber sehr großen Wert darauf legen, dass Ihr Kind gezielt die deutsche Sprache erlernt!

In der Stadt Ratingen finden Sie Kindergärten, die sich professionell für die Sprachförderung der Kinder engagieren. Nicht nur deshalb ist der Besuch eines Kindergartens sehr wichtig für die weitere Entwicklung Ihres Kindes. Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr hat jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungs- oder Kindergartenplatz. In vielen Fällen wird dieser Anspruch bei kleinen Kindern (bis 3 Jahre) allerdings durch einen Platz bei einer Tagesmutter erfüllt.

Ab drei Jahren hat dann jedes Kind einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Dieses Recht sollten Sie für eine bestmögliche Entwicklung Ihres Kindes dringend nutzen. Bemühen Sie sich also frühzeitig um einen Kindergartenplatz in Ihrer Nähe.

Zur sprachlichen Frühförderung vor dem Kindergartenalter gibt es Eltern-Kind-Gruppen.

Auch wenn Ihr Kind den Kindergarten besucht, braucht es zur weiteren Unterstützung eine effektive Sprachförderung. Parallel zur Förderung der Kinder in den Einrichtungen gibt es dort auch Angebote für Eltern. Hier bekommen Sie zahlreiche Anregungen, wie Sie zuhause die Sprachentwicklung Ihres Kindes unterstützen können. Kontakte zu deutschsprachigen Kindern, Bilderbücher, Hörbücher und Kinderlieder in deutscher Sprache, Spiele und Unternehmungen, wo nur Deutsch gesprochen wird, sind nur einige Beispiele dafür. Sprechen Sie mit dem pädagogischen Personal, um sich über diese vielfältigen Möglichkeiten zu informieren.

Wächst Ihr Kind in einer zweisprachigen Familie auf, ist es wichtig sich frühzeitig über die zweisprachige Erziehung zu informieren. So erleichtern Sie es Ihrem Kind, sich in seinem Umfeld besser zu orientieren und erschließen wichtige Entwicklungspotenziale.

Aktuelle Hinweise aus der Wissenschaft belegen, dass die ideale Voraussetzung für eine mehrsprachige Erziehung die gleichzeitige Förderung der jeweiligen Sprachen ist. Voraussetzung hierfür ist, dass die sprachliche Bezugsperson erstens die jeweilige Sprache gut beherrscht und zweitens kontinuierlich und zuverlässig und nach Möglichkeit nicht nur dem Kind gegenüber benutzt. Idealerweise sind die Bezugspersonen jeweils Muttersprachlerinnen bzw. Muttersprachler. So wird Ihr Kind mit einer bestimmten Person die jeweilige Sprache verbinden und sich bemühen, sich an die personengebundene Sprache zu halten.

Mit Ihrem Engagement für die gezielte Sprachförderung, können Sie Ihrem Kind das Gefühl ersparen, nichts zu verstehen, nicht mitzukommen, sich fremd zu fühlen und nicht teilhaben zu können. Je bessere sprachliche Bedingungen Ihr Kind im Kindergarten und in der Schule hat, desto eher wird es ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt und - nicht nur in der Schule - bessere Aussichten auf Erfolg hat. So erleichtern Sie Ihrem Kind schon früh die Integration in unserer Stadt.

Stadt Ratingen · Amt für Soziales, Wohnen und Integration
Zeliha Yetik, Karlheinz Rösnick

Zuständige Stelle
Diakonie im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann  Neander-Diakonie GmbH
Angerstraße 11 · 40878 Ratingen

Ansprechpartnerinnen:
Michaela Peter
Telefon 02102 109117
E-Mail: m.peter@diakonie-kreis-mettmann.de
Koordination Sprachbildung
Multiplikatorin Alltagsintegrierte Sprachbildung (KiTa.NRW)
"Mimikids-Gruppen"

Barbara Streckmann
Tel: 02102/109126
Koordinatorin Rucksack-Kita-Programm


 

Amt für Soziales, Wohnen und Integration

Integrationsbeauftragte

Zeliha Yetik
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