Von der Bedeutsamkeit des Teddybärs

btz
Zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat wählt sich das Baby einen - meist weichen - Gegenstand aus, der für ihn seelisch von großer Bedeutung ist und auch eine ganze Weile bedeutungsvoll bleiben wird. Dieser eine ganz besondere Gegenstand - vielleicht ein Kuscheltier, eine Schmusedecke, eine Stoffwindel oder ein Teddybär - ist nicht austauschbar. Das Baby und später auch das Kleinkind gibt diesem Übergangsobjekt* - wie Fachleute dieses Phänomen nennen - die elterlichen Eigenschaften, die es gerade für sein seelisches Gleichgewicht braucht - so als ob der Gegenstand lebendig wäre. Wenn es also jemanden braucht, der ihn tröstet, ihn beruhigt, ihn erheitert oder anregt und seine Eltern sind nicht sofort verfügbar, dann kann dieses Übergangsobjekt für eine kleine Weile die abwesenden Eltern ersetzen und sich in den Augen des Kindes wie eine tröstende, beruhigende oder anregende Bezugsperson verhalten.

In diesem Text steht nun das Wort „Teddybär" für jedes Übergangsobjekt, egal ob es sich dabei nun um eine Schmusedecke, um ein Kuscheltier oder ähnliches handelt. Der Teddy hilft dem Kind also die vorübergehende Trennung von seinen Eltern zu verkraften. Durch den Teddybären kann das Kind seine Eltern quasi überallhin mitnehmen und dadurch seinen Trennungsschmerz verringern. Dieser für jedes Kind einzigartige Teddybär hilft beim Einschlafen und verringert Ängste. Er erlebt nicht nur die Zärtlichkeit und Liebe des Kindes, sondern auch seine Wut und seinen Zorn. Und er hilft dem Kind dabei, so wichtige Dinge wie den Umgang mit Nähe und Distanz, mit Zuneigung und Zorn zu lernen.

Die meisten Kinder brauchen ihren Teddybären noch lange Zeit. Auch wenn er ab dem Kindergartenalter tagsüber vielleicht nicht mehr ganz so wichtig ist; spätestens beim Einschlafen muss er an der Seite des Kindes sein. Er darf nicht vergessen werden, wenn die Familie in Urlaub fährt, und ein Krankenhausaufenthalt ohne Teddy ist seelisch nur sehr schwer zu verkraften. Dieser einzigartige Teddy ist vermutlich gerade deshalb eine ganze Weile der liebste Besitz eines Kindes, weil er ihm hilft, mit Gefühlen wie Traurigkeit, Angst, Zorn, Langeweile, Einsamkeit besser fertig zu werden.

Die englische Psychologin Penelope Leach schreibt in ihrem Buch „Die ersten Jahre deines Kindes": „Vielleicht kann man ihn nicht einmal so häufig waschen, wie es nötig wäre: das Kind protestiert dagegen, denn beim Waschen verliert das Kuschelchen den vertrauten Geruch."

Stadt Ratingen - Amt für Kinder, Jugend und Familie - Barbara Sorgnitt

* „Vom Spiel zur Kreativität", Donald Winnicott

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