28.01.2015

Sportvereine sollen Strom sparen

Das ist ein faires Angebot: Die Stadt will mit finanziellen Anreizen die Ratinger Sportvereine zum Stromsparen anhalten. Wer bewusst und sorgsam mit der Energie umgeht, könnte sich einen Zuschuss für die Vereinskasse erwirtschaften. Andererseits sollen Stromverschwender aber zur Kasse gebeten werden.

 

Nachdem die Betriebsausgaben für die Sportanlagen immer weiter gestiegen sind, ist das städtische Sportamt jetzt dazwischen gegrätscht: Nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch wegen des Zwangs zum Sparen sollen die Vereine jetzt zu mehr Kostenbewusstsein angehalten werden. Bislang bekommen die Ratinger Sportvereine alle Hallen und Freianlagen völlig kostenlos zur Verfügung gestellt. Auch Strom und Wasser (für Beleuchtung, Duschen, Kühlschränke) gab es immer gratis. Das hatte jedoch zur Folge, dass sich bei den Nutzern „nicht durchgängig ein gesteigertes Kostenbewusstsein“ durchgesetzt hat, formuliert es das Sportamt in einer aktuellen Drucksache. Im Klartext: Die Vereine kümmern sich viel zu wenig um sparsamen Umgang mit Energie. So brennt oft noch das Flutlicht mit voller Stärke, obwohl die Sportler schon unter der Dusche stehen. Auch beim Betrieb elektrischer Geräte wie Kühlschränke spielt Energieeffizienz bei den Nutzern nur eine untergeordnete Rolle. Hier steckt weiteres Einsparpotenzial.

 

55000 Euro muss die Stadt im Schnitt jährlich für Strom allein auf den Freianlagen aufbringen. Diese Summe konnte ermittelt werden, weil es hier Zwischenzähler zur Verbrauchsermittlung gibt (ausgenommen Anlage Mintarder Weg). In den städtischen Turn- und Sporthallen können die Stromverbräuche zurzeit noch nicht ermittelt werden, weil sie in den Gesamtverbrauch der angrenzenden Schulen einfließen. Deshalb beschränkt sich das Pilotprojekt im ersten Schritt allein auf die Freianlagen und deren Hauptnutzer: Rot-Weiß Lintorf (Jahnstraße), TuS Homberg (Füstingweg), SV Hösel (Neuhaus), ASV Tiefenbroich (Sohlstättenstraße), ASC Ratingen West (Gothaer Straße), Germania 04/TV Ratingen, RTC Grün-Weiß (Sportpark Keramag) sowie Türkgücü (Schwarzbachstraße).

 

Und so funktioniert der Anreiz zum sparsamen Umgang mit Energie: Zunächst wird für jede Sportfreianlage der Durchschnittswert der Stromverbräuche der vergangenen drei Jahre ermittelt. Verbraucht ein Verein künftig mindestens zehn Prozent weniger, gibt es die Hälfte der Einsparungen als Zuschuss für die Vereinskasse. Wer den Durchschnittswert um mehr als zehn Prozent überschreitet, muss die Hälfte der Mehrkosten an die Stadt erstatten. Mit dem Stadtsportbund ist dieses faire Vorgehen abgestimmt. „Der Stadtsportbund steht voll dahinter“, sagt Abteilungsleiterin Christine Roth. Nach einem Jahr wird Bilanz gezogen und dem Rat ein Erfahrungsbericht vorgelegt. 

 

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Stadt Ratingen
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