30.07.2015

Stadt nimmt zusätzlich Flüchtlinge auf

Am Mittwochabend dieser Woche wurde die Stadt Ratingen durch die Bezirksregierung Düsseldorf darüber unterrichtet, im Wege der „Amtshilfe“ über die bisher der Stadt zugewiesenen Flüchtlinge hinaus kurzfristig weitere 150 Asyl antragstellende Personen aufnehmen zu müssen. Hintergrund sind die dramatisch ansteigenden Flüchtlingszahlen, die zu einer völligen Überlastung der Landeseinrichtungen geführt haben. Nach Informationen der Bezirksregierung ist eine Unterbringung „zumindest für drei Wochen“ vorgesehen. Die Unterbringungskapazitäten sind bis Freitag, den 31. Juli, 18.00 Uhr, bereitzustellen; Vollzugsmeldung wurde bis Donnerstag, 14.00 Uhr, erbeten.

 

Die Verwaltung hat noch am selben Abend den Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) für den Donnerstagvormittag einberufen. Unter der Leitung des Ersten Beigeordneten Rolf Steuwe wurden die notwendigen Maßnahmen zur kurzfristigen Einrichtung der Unterbringungsplätze geschaffen:

 

Da das Gebäude der Elsa-Brandström-Schule ab dem nun beginnenden Schuljahr in nur noch geringem Umfang für schulische Zwecke genutzt wird, können zur vorübergehenden Unterbringung der Flüchtlinge freie Klassenräume genutzt werden. Die Räume werden mit Feldbetten, Stühlen und Schränken hergerichtet. Darüber hinaus werden zwei große Aufenthaltsräume bereitgestellt. Sanitäre Anlagen befinden sich in der Schule selbst sowie in der benachbarten Turnhalle. Die Verpflegung der Menschen wird durch einen Caterer sichergestellt.

 

Um einen sicheren Aufenthalt der Flüchtlinge zu garantieren, ist ein Sicherheitsdienst beauftragt worden, der 24 Stunden am Tag vor Ort sein und eng mit Polizei und Ordnungsdienst zusammenarbeiten wird. Darüber hinaus erfolgt die Betreuung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes sowie des Caritasverbandes.

 

Die Schule wird aktuell mit Hochdruck für die Unterbringung der Flüchtlinge vorbereitet. Dazu müssen die benötigten Klassenräume zunächst von Schulmöbeln freigeräumt und anschließend gereinigt werden. Zur Brandsicherheit werden Brandmelder in allen Räumen installiert. Für die Erstversorgung werden für alle Ankommenden Hygiene-Sets bereitgelegt. Mitarbeiter der Integrationsabteilung und ehrenamtliche Helfer werden bei Ankunft dafür sorgen, dass sich die Menschen im Gebäude selbst zurecht finden und den Unterbringungsräumen zugewiesen werden können; dabei werden auch Dolmetscher eingesetzt werden.

  

Bürgermeister Klaus Pesch dankt auf diesem Wege allen Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern, die dazu beitragen, die in Not geratenen Menschen aufnehmen zu können. Zugleich drückte er – bei aller Problematik einer so kurzen Vorlaufzeit – seine Erleichterung darüber aus, dass es gelungen sei, den Flüchtlingen angemessene Räume zur Verfügung stellen und ihnen für den Aufenthalt vernünftige Rahmenbedingungen garantieren zu können.

 

In einer Sitzung des Ältestenrates am Donnerstagnachmittag informierte der Bürgermeister auch alle im Rat vertretenen Fraktionen über die Situation. Die Kosten für alle Maßnahmen trägt das Land. Die Stadt rechnet mit ersten Zuweisungen von Flüchtlingen bereits für das kommende Wochenende.

 

 

Amt für Soziales, Wohnen und Integration

Stadt Ratingen

Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

Telefon 02102 550-1063 
pressestelle@ratingen.de