30.04.2015

Wie geht es weiter mit der A 44?

Wie geht es weiter mit der A 44? Liegt alles im Zeitplan? Ist der Streit um die Entwässerung geklärt? Bis wann dauern die Bauarbeiten? Wie ändern sich die Verkehrsströme? Gibt es Entlastungen für Homberg und Hösel - und wann?

Kaum ein Bauwerk der jüngeren Vergangenheit warf und wirft immer noch so viele Fragen auf. Zugleich haben in Anbetracht sich häufig ändernder Bedingungen die Antworten nur eine bedingte Gültigkeit, wie ein Blick zurück belegt: So hatte der Bauträger Straßen.NRW in einem Infoblatt zum ersten Spatenstich  vor fünf Jahren als Fertigstellungsjahr des Lückenschlusses zwischen Ratingen Ost (A3) und Velbert (B 227) „spätestens 2016“ angegeben. Inzwischen geht man von anderen Zeiten aus. Über den aktuellen Stand der Dinge referierten jetzt Vertreter von Straßen.NRW und DEGES im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss.

Die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) ist neuerdings mit im Boot beim Bau der A 44. Die Gesellschaft wurde 1991 gegründet und sollte damals zügig Planung und Bau neuer Autobahnen in den neuen Bundesländern realisieren. Seit 2014 ist auch das Land NRW Gesellschafter und hat einige Aufträge an die DEGES vergeben. Jetzt soll sie auch den Bauabschnitt West zwischen Hofermühle (L 156) und dem Kreuz Ratingen-Ost erstellen. Der Bauabschnitt Ost (zwischen Heiligenhaus und Velbert)  liegt weiterhin in der Hand von Straßen.NRW. Diese Teilstrecke soll  2016/17  fertig sein, teilten die Referenten im Ausschuss jetzt mit. Unerwartete Schwierigkeiten hatten den Bau verzögert. So wurde beispielsweise erst beim Bau der Laubecker Brücke in Velbert festgestellt, dass die Brückenpfeiler - anders als geplant - doch viel aufwändiger im Kalkgestein gegründet werden müssen.

Für den westlichen Bauabschnitt rechnet die DEGES mit dem Planfeststellungsbeschluss im dritten Quartal dieses Jahres, als Bauzeit wurden zwei bis zweieinhalb Jahre veranschlagt – also bis 2018.  Bautechnisch birgt der Westabschnitt ebenfalls  einige Herausforderungen: Etwa die Angerbachbrücke, die mit 388 Metern die längste aller zwölf Brücken des neuen A 44-Lückenschlusses ist und die in 30 Metern Höhe über das Tal geführt wird. Oder die Brücke über die A 3, die noch von Straßen.NRW gebaut wird.

Nach Darstellung der DEGES-Vertreter steht das Problem um die Entwässerung offenbar kurz vor der Lösung. Da die Trasse durch Wasserschutzzonen führt, müssen zum einen hohe Auflagen wie Folienabdichtungen und ein drei Meter hoher Spritzschutz erfüllt werden.  Zum anderen muss gewährleistet sein, dass auch bei Wolkenbrüchen kein Wasser von der Autobahn ins Grüne gelangen kann. Uneinigkeit herrschte jedoch lange darüber, wie die Entwässerung dimensioniert sein muss - sowohl beim Ableiten als auch beim Sammeln der Niederschläge. Ein Streitpunkt war dabei die Dimensionierung des Regenrückhaltebeckens und die Einleitung der Wassermassen in die Anger. 

Die Stadt Ratingen hatte eine zunehmende Hochwassergefahr an der Anger befürchtet und deshalb die Festlegung bestimmter Wasserhöchstmengen erstritten. Ein anderer Knackpunkt ist die Größe der Ableitungsrohre. Nur wenn die ausreichend dimensioniert sind, vermögen sie auch bei Starkregenereignissen die niedergehenden Wassermassen abzuleiten. „Wenn dieser Nachweis erbracht wird, dann ist auch die notwendige Bedingung erfüllt, sich zu einigen“, stellt Baudezernent Jochen Kral fest.

Wenn die A 44-Lücke zwischen Ratingen-Ost und Velbert einmal geschlossen ist, soll nach Meinung der Verkehrsplaner  knapp ein Drittel weniger Verkehr durchs Ratinger Stadtgebiet rollen.

Zahlen zur A 44:

Baubeginn: April 2010
Länge der Ausbaustrecke: 9860 Meter
Fahrspuren: vier à 3,75 Meter Breite
Lärmschutzanlagen: 1292 Meter
Brücken: zwölf, davon fünf als Talbrücken; längste: Angerbachbrücke 384 Meter
Kosten: 222 Millionen Euro (d.i. 22.600 Euro pro Meter)

 

Büro des Bürgermeisters

Stadt Ratingen

Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

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