11.07.2017

Katastrophenregen gilt als höhere Gewalt – Schutz durch Versicherung möglich

In den letzten Wochen sind vielerorts so genannte Katastrophenregen (urbane Sturzfluten) aufgetreten. Gemeint sind damit sehr lokal begrenzt auftretende und außergewöhnlich starke Regenereignisse, bei denen in kürzester Zeit (z.B. innerhalb einer halber Stunde) so viel Regen fällt, wie ansonsten in mehreren Monaten insgesamt. Die Folge dieser auch von den Wetterdiensten bislang kaum örtlich präzise vorhersagbaren Katastrophenregen: Neben den öffentlichen Abwasserkanälen, die das Regenwasser nicht mehr aufnehmen können, läuft das Wasser auch aus völlig überlasteten Dachrinnen über und spritzt aus Regenfallrohren heraus, weil diese aufgrund ihrer Dimensionierung nicht mehr in der Lage sind, die Regenmassen abzuleiten. Hierdurch werden dann nicht nur die Grundstücke überflutet, sondern auch die öffentlichen Straßen. Ganze Straßen und Privatgrundstücke stehen in der Folge unter Wasser, wobei dieses Wasser auch in die Keller oder Tiefgaragen der Gebäude eindringt.
 
Das Tiefbauamt der Stadt Ratingen kennt die Problematik, stellt aber fest: Die Auslegung des Kanalnetzes auf diese seltenen Regenereignisse ist nicht wirtschaftlich! Wollte die Stadt ihr Abwassernetz für jeden, also auch für erheblich über dem Durchschnitt liegenden Regen dimensionieren, müsste das vorhandene Kanalnetz vollständig erneuert und massiv ausgebaut werden. Die sich daraus ergebenden Kosten würden die Bürger über Abwassergebühren erheblich zusätzlich belasten.
 
Bei den Katastrophenregen handelt es sich letztlich um höhere Gewalt und eine Haftung der Stadt in diesen Fällen scheidet aus. Sollte es zu Schäden in Folge von Starkregenereignissen kommen, stellt sich die Frage des Versicherungsschutzes. Die Stadt weist daher die Grundstückseigentümer bzw. die  Mieter/Pächter darauf hin, dass ein Versicherungsschutz gegen Schäden durch so genannte Katastrophenregen grundsätzlich möglich ist. Hierzu gehört eine Wohngebäudeversicherung, die nicht nur Schäden durch Leitungswasser, sondern auch Schäden durch Wasser abdeckt, welches von außen in das Gebäude eindringt.
 
Mit der Wohngebäudeversicherung ist ein Haus standardmäßig nur gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel und Leitungswasser versichert. Wassermassen, die von außen kommen, gelten als Elementarschäden. Hierfür gibt es aber unter gewissen Randbedingungen bei der Wohngebäudeversicherung Zusatzpolicen, die auch Schäden durch Überschwemmungen des Gebäudes von außen abdecken (empfehlenswert ist hierzu das Informationsblatt „Schutz vor Überschwemmung und Hochwasser“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV, www.gdv.de - Stichwort: Elementarschadensversicherung).
 
Zusätzlich sollte der Grundstückseigentümer aber ebenso der Mieter/Pächter seine Hausratversicherung darauf überprüfen, ob diese auch etwaige Überschwemmungsschäden (Elementarschäden) einschließt, denn auch hier ist nach Prüfung des Einzelfalles eine Ergänzung der Hausratpolice gegen die Folgen von Überschwemmungen möglich. Daher die dringende Empfehlung, dass  jeder seinen privaten Versicherungsschutz überprüfen und abwägen sollte, ob die Risiken von den bestehenden Versicherungen abgedeckt sind.
 
 
Tiefbauamt
Stadt Ratingen

 

Zuständiges Amt

 

Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

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