02.12.2016

Intensiver Dialog beim Bürgerforum Radverkehr

Mehr als 45 Millionen Autos, 70 Millionen Fahrräder und 80 Millionen potenzielle Fußgänger gibt es in Deutschland. Flächenkonflikte im Straßenverkehr sind da vorprogrammiert. Welche planerischen Lösungsansätze gibt es, um ein konfliktfreies Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, was kann jeder Einzelne tun und welche Pläne hat die Stadt Ratingen, um insbesondere den Radverkehr zukünftig sicherer durch die Straßen zu führen? Antworten auf diese Fragen gab es jetzt beim Bürgerforum Radverkehr in der DumeklemmerHalle-Stadthalle Ratingen, wo die städtische Radverkehrsbeauftragte Paula Stegert interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Dialog mit der Stadtverwaltung empfing. Neben Impulsvorträgen externer Verkehrsexperten hatten Bürger die Möglichkeit, in der „kreativen Pause“ mit den Referenten in den direkten Dialog zu treten.
 

Sichere Radwege
Dass Radweg nicht gleich Radweg ist, zeigte Franz Linder von der P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität. Er erklärte zu Beginn der Veranstaltung die Unterschiede zwischen Radwegen und Radfahr- sowie Schutzstreifen. Erstere grenzen in der Regel an Bürgersteige und sind mit einem Bordstein von der Straße abgegrenzt, während letztere den Radverkehr mit den Autos über die Straße führen. Zum Teil große Unterschiede gibt es auch in der subjektiven Wahrnehmung der Verkehrsteilnehmer und der objektiven Sicherheit der verschiedenen Führungsarten: Während sich die meisten Radler auf abgetrennten Radwegen am besten aufgehoben fühlen, zeigt die Verkehrsstatistik, dass Radfahrer am sichersten sind, wenn sie mit den Autos auf der Straße unterwegs sind. Grund dafür ist die bessere Sichtbeziehung zwischen Auto- und Radfahrern.

 
Unfallursache Nr. 1: „Übersehen werden“
„Übersehen werden“ war laut Polizeihauptkommissar Reimar Giesen Hauptunfallursache in den Jahren 2015 und 2016 in Ratingen. Giesen ergänzte in seinem Vortrag über Unfallursachen, dass vor allem das Fahren in entgegengesetzte Richtung besonders risikoreich ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob Radfahrer ordnungsgemäß auf einem Zweirichtungsradweg fahren oder sich regelwidrig verhalten. „Der Autofahrer rechnet beim Abbiegen nicht mit einem von links kommenden Radfahrer“, berichtete der Polizist, der auf Verkehrsunfall-Prävention spezialisiert ist. „Radfahrer müssen immer mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen.“ Außerdem rät er: „Fahren Sie selbstbewusst und nutzen Sie auf der Straße den Raum, der Ihnen zusteht.“
 
Fahrradfreundliche Stadt Ratingen
Welchen Beitrag zu mehr Sicherheit und Komfort für Radfahrer leistet nun die Stadt? Neben den angebotenen Service- und Kommunikationsmaßnahmen interessierten sich die Bürgerinnen und Bürger vor allem für die Umbaumaßnahmen, die aktuell am „Düsseldorfer Platz“ laufen und an der Kreuzung „Am Roten Kreuz“ für das nächste Frühjahr geplant sind. An beiden Standorten werden die bestehenden Zweirichtungsradwege aufgehoben und durch Schutzstreifen ergänzt. Kritik gab es für den Erhalt der Parkplätze vor einer Apotheke, die Radfahrer auch zukünftig zum Ausweichen zwingen. „Die Planungen sind das Ergebnis intensiver Abstimmungs- und Beteiligungsprozesse und berücksichtigen die Interessen aller Verkehrsteilnehmer“, erklärte Paula Stegert. Für Gesprächsstoff in der Diskussionsrunde sorgte auch die Markierung und Beschilderung der Einbahnstraßen, welche für Radfahrer in beide Richtungen geöffnet sind. Aus Sicht der Bürger besteht hier Handlungsbedarf. Die Stadtverwaltung bestätigt, dass dieses Thema bekannt ist und Maßnahmen zur Verbesserung der verschiedenen Situationen erarbeitet und umgesetzt werden.
 
Amt für Stadtplanung, Vermessung und Bauordnung
Stadt Ratingen
Zuständiges Amt

 

Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

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