25.01.2016

Vielfältige Unterstützung beim Wiederaufbau des Poensgenparks

Wenige Minuten hatten Pfingstmontag 2014 gereicht, um den Poensgenpark für Jahrzehnte zu verändern: Der Orkan „Ela" traf den Lieblingspark der Ratingerinnen und Ratinger mit voller Wucht! Bäume mit mannshohen Wurzeltellern knickten wie Streichhölzer um und beschädigten beim Sturz die Kronen von Nachbarbäumen. Die historische Kastanienallee wurde in großen Teilen zerstört. Der Orkan fällte viele der über 100 Jahre alten Bäume im Park, darunter wertvolle Exemplare wie die alte Sumpfeiche auf der großen Wiese sowie zwei Schwarzpappeln unweit des Reisesteins. Auch eine der letzten beiden historischen Linden fiel dem Sturm zum Opfer und hat im Fallen die zweite Linde in der Krone beschädigt. Im Bereich des Waldparks riss das Unwetter die vormals geschlossenen Laubdächer an vielen Stellen auf.
 
Noch während der Aufräumarbeiten wurde der bekannte Landschaftsarchitekt Achim Röthig damit beauftragt, ein Konzept für den denkmalgerechten Wiederaufbau zu erstellen. Sein Konzept liegt inzwischen vor. Bürgermeister Klaus Pesch, Dezernent Martin Gentzsch und Amtsleiter Manfred Fiene informierten nun vor Ort über bereits eingeleitete und geplante Maßnahmen rund um den Wiederaufbau des Poensgenparks:
 
  1. Bei dem durch Sturm Ela 2014 erzeugten Gesamtschaden für den Bereich des öffentlichen Grüns in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro lässt sich der im denkmalgeschützten Poensgenpark entstandene Schaden mit rd. 450.000 Eurobeziffern. Hiervon hat der Rat der Stadt Ratingen im Investitionsprogramm 2016/17 einen Betrag in Höhe von 200.000 Euro für einen 1. Bauabschnitt bereitgestellt. Mit den Mitteln ist geplant, die massiv geschädigte Kastanienallee mit einer neuen Baumart (Linden) wieder aufzubauen und die irreparabel geschädigte Atlaszeder nachzupflanzen.
 
  1. Die ersten spendenfinanzierten Aufforstungsmaßnahmen im Bereich des Waldes sind getätigt (Kostenrahmen: rd. 40.000 Euro). Gepflanzt wurden Hainbuche, Buche, Eiche, Vogelkirsche, Traubenkirsche, Vogelbeere, Stechpalme, Eibe und Schneeball. Zur Verdichtung der Gehölzflächen wurden ergänzend Liguster, Heckenkirsche und Faulbaum gesetzt.
 
  1. Es gehen nach wie vor Einzelspenden zur Nachbepflanzung ein. Eine davon ist von Wilfried Prinz, der einen Tulpenbaum gespendet hat. Die Verwaltung steht im Kontakt mit einer namhaften Baumschule aus Norddeutschland, die ihre Bereitschaft bekundet hat, sich kostenlos mit Pflanzenlieferungen am Wiederaufbau des Poensgenparks zu beteiligen.
  
  1. Die  Ratinger Jonges e.V. unterstützen die Stadt Ratingen finanziell bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Wiederaufbau des ehemaligen Wieler-Gartens nach historischem Vorbild. Der Entwurf liegt der Verwaltung vor und wird den Gremien in Kürze zur Beratung und Beschlussfassung zugeleitet. Die Ratinger Jonges haben signalisiert, sich vorbehaltlich eines positiven Beschlusses der Jahresversammlung am 10. März 2016 bei den nächsten Planungsschritten weiterhin finanziell einzubringen. Aus der Sicht der Verwaltung wäre das insofern sehr zu begrüßen, weil den Ratinger Jonges eine herausragende Stellung unter den ehrenamtlich engagierten Ratingern zukommt, die sich bereits bei diversen Baudenkmalen sehr erfolgreich für die Erhaltung und Instandsetzung denkmalgeschützter Bauten eingesetzt haben.  
 
  1. Der Verkehrsverein Ratingen e.V. unterstützt die Stadt Ratingen finanziell bei der überarbeiteten Neuauflage des Poensgenparkbuches. Der Auftrag an die Autorin der Erstauflage, die Historikerin Dr.  Andrea Niewerth, ist erteilt. Voraussichtliches Erscheinungsdatum der Neuauflage ist Juni 2016. 
 
  1. Am 19.08.2015 wurde in der Wasserburg „Haus zum Haus“ der Förderverein Poensgenpark e.V. gegründet. Vereinszweck ist die Förderung des denkmalgeschützten Poensgenparks, der zusammen mit der Wasserburg „Haus zum Haus“ und dem Industriemuseum „Cromford“ ein reizvolles historisches Ensemble bildet. Der Rat der Stadt Ratingen hat für 2016 Mittel in Höhe von 5.000 Euro bereitgestellt, um für das ehemalige Badehaus ein Konzept zur späteren Nutzung durch den Förderverein einschließlich der erforderlichen baulichen Veränderungen erarbeiten zu lassen. Die vorbereitenden Arbeiten hierzu sind angelaufen.
 
  1. Als Ergebnis der bisherigen Aktivitäten sind dem Förderverein Poensgenpark e.V. von Nachfahren eines ehemaligen Vorbesitzers 10.000 Euro überwiesen worden, für die bis zum Frühjahr fünf Einzelbäume nachgepflanzt werden.
 
 
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Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

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