21.08.2014

Schutz vor Katastrophenregen

Nachdem in den letzten Wochen vielerorts sogenannte Katastrophenregen aufgetreten sind, empfiehlt die Stadt Ratingen dringend allen Grundstückseigentümern aber auch Mietern und Pächtern, ihren privaten Versicherungsschutz zu überprüfen und abzuwägen, ob die Risiken von den bestehenden Versicherungen abgedeckt sind. Die Stadt folgt damit einer Empfehlung des nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebundes.

 

Von Katastrophenregen oder urbanen Sturzfluten spricht man bei häufig lokal sehr begrenzten, außergewöhnlich starken Regenereignissen, bei denen in kürzester Zeit, z.B. innerhalb einer halben Stunde so viel Regen, wie ansonsten in mehreren Monaten insgesamt fällt. Die Folge dieser auch von den Wetterdiensten bislang kaum örtlich präzise vorhersagbaren Katastrophenregen ist, dass die öffentlichen Abwasserkanäle das Regenwasser nicht mehr aufnehmen können. Zusätzlich läuft Regenwasser aus völlig überlasteten Dachrinnen über und spritzt aus Regenfallrohren heraus, weil diese aufgrund ihrer Dimensionierung nicht mehr in der Lage sind das Regenwasser nach unten wegzuführen. Hierdurch werden dann nicht nur die Grundstücke überflutet, sondern auch die öffentlichen Straßen. Ganze Straßen und Privatgrundstücke stehen in der Folge unter Wasser, wobei dieses Wasser auch in die Keller oder Tiefgaragen der Gebäude eindringt.

 

Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung handelt es sich bei den Katastrophenregen um höhere Gewalt, bei der eine Haftung der Stadt ausscheidet. So hat der Bundesgerichtshof ausgeführt, dass von der Gemeinde nicht erwartet kann, „dass sie für jeden, also auch erheblich über dem Durchschnitt liegenden Regen ein überdimensioniertes Kanalnetz baut, weil dieses budgetmäßig nicht vertretbar ist.“ 

 

Sollte es zu Schäden in Folge von Starkregenereignissen kommen, stellt sich daher die Frage des Versicherungsschutzes. Die Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Versicherungsschutz gegen Schäden durch sogenannte Katastrophenregen grundsätzlich möglich ist. Hierzu gehört eine Wohngebäudeversicherung, die nicht nur Schäden durch Leitungswasser, sondern auch Schäden durch Wasser abdeckt, welches von außen in das Gebäude eindringt. Standardmäßig ist ein Haus mit der Wohngebäudeversicherung nur gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel und Leitungswasser versichert. Wassermassen, die von außen kommen, gelten als Elementarschäden. Hierfür gibt es aber unter gewissen Bedingungen bei der Wohngebäudeversicherung Zusatzmodule bzw. Zusatzpolicen, die auch Schäden durch Überschwemmungen des Gebäudes von außen abdecken. In der Regel handelt es sich dabei um die sogenannte Elementarschadensversicherung.

 

Zusätzlich sollten Grundstückseigentümer, aber ebenso Mieter und Pächter ihre Hausratversicherung daraufhin überprüfen, ob diese auch etwaige Überschwemmungs- bzw. Elementarschäden einschließt, denn auch hier ist nach Prüfung des Einzelfalles  eine Ergänzung der Hausratpolice gegen die Folgen von Überschwemmungen grundsätzlich möglich.

 

 

Tiefbauamt

Stadt Ratingen

Zuständiges Amt

 

Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

Telefon 02102 550-1063 
pressestelle@ratingen.de