29.05.2013

EU-Neuzuwanderer im Fokus - Treffen der Integrationsbeauftragen aus dem Kreis Mettmann in Ratingen

Am 28. Mai 2013 war die Stadt Ratingen Gastgeberin für das erste Vernetzungstreffen der Integrationsbeauftragten und -verantwortlichen der kreisangehörigen Städte und der Leiterin des Kreisintegrationszentrums Mettmann. Thema war die neueste Entwicklung der Zuwanderung, die im Zuge der EU-Erweiterung sowie der europäischen Finanzkrise einen Rekordwert seit zwanzig Jahren erreicht hat.

 

Deutschland hat sich zu einem Magnet für gut qualifizierte Zuwanderer aus der EU entwickelt, so der Sachverständigenrat Deutscher Stiftungen für Integration und Migration in seinem Jahresgutachten 2013. Demnach stammen zwei Drittel aller Zuwanderer im ersten Halbjahr 2012 aus der EU – und sind rund zehn Jahre jünger und besser qualifiziert als die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Auch räumt der Sachverständigenrat mit einem verzerrten Bild auf: Rund 72,1 Prozent der eingewanderten Bulgaren und Rumänen zwischen 25 und 44 Jahren gehen einer Erwerbstätigkeit nach, womit die Armutszuwanderung, die manche Ruhrgebietsstädte stark herausfordert, bislang eine Ausnahme darstellt. Damit bleibt die Sorge, dass die EU-Erweiterung eine Einwanderung in die Sozialsysteme fördert, bislang auf empirischer Grundlage unbestätigt.

 

Der bundesweite Zuwanderungstrend findet im Kreis seine Bestätigung: In den letzten fünf Jahren sind insgesamt 7829 Menschen aus dem Ausland zugewandert und in den Kreis Mettmann gezogen. Zwei Drittel der Neuzuwanderer stammen aus den EU-Ländern, allen voran aus Polen (2055 Personen), gefolgt von Rumänien (494), Griechenland (329), Bulgarien (321), Italien (313) und Ungarn (258).

 

Die Integrationsbeauftragten sind bei dem Treffen in Ratingen der Frage nachgegangen, welche Potenziale und Chancen, aber auch welche Bedarfe sich aus der EU-Zuwanderung ergeben. Als zentrale Handlungsfelder für die Integrationsbeauftragten kristallisierten sich die Beschulung der Seiteneinsteiger-Kinder, die Vermittlung von Beratungsangeboten und Angeboten zum Spracherwerb heraus, um die Integration zu befördern. Die entstandenen Ideen und Anregungen sind in den jeweiligen Kommunen weiterzuentwickeln.

 

Ein weiteres Thema des Vernetzungstreffens stellten die in 2015 anstehenden Wahlen des Integrationsrates dar. Hier gilt es, frühzeitig die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger mit Migrationhintergrund zu wecken und sie über Schulungen auf die Wahlen vorzubereiten.

 

Aus dem Kreisintegrationszentrum wurde mitgeteilt, dass die neuen Strukturen sich weiterhin im Aufbau befinden und für die Handlungsfelder „Sprachliche Entwicklung“, „Elternbildung“ und „Interkulturelle Seniorenarbeit“ bereits Personal eingestellt werden konnte.

 

Zum zweiten Treffen kommt die Netzwerkgruppe voraussichtlich im September in der Stadt Velbert zusammen, wo es neben weiteren anstehenden integrationspolitischen Themen auch um die Fortsetzung der in Ratingen angestoßenen Diskussion zum Thema Neuzuwanderung gehen wird.

 

 

Amt für Soziales, Wohnen und Integration

Stadt Ratingen

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