26.04.2021

Drachenspielplatz im Rathauspark geöffnet

Der „Drachenspielplatz“ im neu gestalteten Rathauspark ist fertig und seit Montag, 26. April, zum Spielen freigegeben. Auf eine feierliche Eröffnung, die der außergewöhnlichen und attraktiven Anlage im Herzen der Stadt mehr als angemessen gewesen wäre, wurde wegen der aktuellen Infektionsentwicklung verzichtet. Das Fest wird nachgeholt, wenn es wieder unbeschwert möglich ist. Da Spielplätze grundsätzlich auch nach den neuen Corona-Schutzregeln geöffnet bleiben sollen, wurde entschieden, die fertiggestellte Anlage hinter dem Rathaus spielfreudigen Kindern nicht vorzuenthalten.
 
Der rund 1300 Quadratmeter große Spielplatz wurde für die Altersklassen von 0 bis zwölf Jahren errichtet. Im Mittelpunkt steht ein individuell gebautes Spiel- und Kletterkombigerät, das mit Besuchern des Jugendzentrums LUX sowie mit Grundschülerinnen und -schülern der Minoritenschule entwickelt wurde. Den Kindern schwebte in den Planungstreffen ein großes Spielgerät vor, auf dem sie nach Herzenslust klettern und immer wieder Neues entdecken und ausprobieren können. Am höchsten Punkt sollte ein Drachenkopf sein, in den man hineinklettern kann. Die Idee mit dem Drachen ist bei den Kindern aufgekommen, weil der Spielplatz an der historischen Stadtmauer unmittelbar vor dem Trinsenturm liegt.
 
Die Abteilung Stadtgrün der Kommunalen Dienste hat daraufhin eine Fachfirma beauftragt, die Wünsche der Nachwuchsplaner umzusetzen. Die bespielbare Drachenskulptur ist ein Unikat und natürlich der Hingucker auf dem Spielplatz. Eine Nestschaukel, Röhrenrutsche, Balancierbalken, Sitzbänke mit Tischen sowie ein separat und schattig gelegener Sandspielbereich für die ganz Kleinen runden das Ausbauprogramm ab.
 
Die Stadt hat rund 440.000 Euro in die Spielplatz-Anlage investiert. Das Projekt ist eine Stadterneuerungsmaßnahme des Integrierten Handlungskonzeptes Ratingen-Zentrum (INTEK) und wurde mit Zuwendungen aus Städtebaufördermitteln des Bundes und Landes NRW gefördert.
 
Natürlich war ursprünglich zur Eröffnung des Drachenspielplatzes eine Feier mit den an der Planung beteiligten Kindern vorgesehen. Diese muss leider angesichts der aktuellen Corona-Infektionslage im Kreis Mettmann und in Ratingen auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden. Das Kinderbüro der Stadt Ratingen wird, sobald sich die Situation entspannt, gemeinsam mit dem Jugendzentrum LUX zu einem Spielfest einladen.
 
Auch auf dem neuen Spielplatz gilt für die kleinen und großen Besucher: Bitte Mundschutz tragen und so gut wie möglich Abstand halten! Wenn die Anlage zu voll ist, wird empfohlen, auf andere nahegelegene Spielplätze auszuweichen, zum Beispiel an der Wallstraße, auf der Poststraße oder Im Weidengrund.
 
Weitere Informationen zu den städtischen Kinder- und Jugendspielplätzen gibt es im Amt für Kinder, Jugend und Familien unter Tel. (02102) 550-5131 oder per E-Mail: michael.hansmeier@ratingen.de.
 
 
 
Vier Millionen Euro für Ratinger Spielplätze
 
Rund 40 Spielplätze hat die Stadt Ratingen in den vergangenen Jahren ausgebaut oder von Grund auf erneuert. Dabei wurden rund zwei Millionen Euro investiert. In den nächsten Jahren wird das Tempo nun noch einmal angezogen. Der Rat der Stadt beschloss in seiner letzten Sitzung das Ausbauprogramm 2021-2025. Mehr als vier Millionen Euro sind für die grundlegende Modernisierung der Spiel- und Freizeitinfrastruktur in Ratingen eingeplant.
 
Dabei sind die Spielplätze so zahlreich wie vielfältig. Die Bandbreite reicht von ruhigen, geschützten Anlagen für Kleinkinder bis hin zu Leuchtturmprojekten wie dem Dirt-Bike-Parcours in Hösel, der im letzten Jahr fertiggestellt worden ist, und dem soeben freigegebenen Drachenspielplatz am Rathaus. Eins haben fast alle Ausbau- und Erneuerungsprojekte gemeinsam: Die künftigen Nutzer planen mit.
 
„In Ratingen hat sich die Durchführung von Partizipationsprojekten in Kooperation zwischen der Abteilung Stadtgrün und dem Kinder- und Jugendbüro bewährt“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. „Kinder und Jugendliche zeigen ein hohes Maß an Planungs- und Entscheidungskompetenz und beteiligen sich mit großem Engagement und Spaß. Sie bringen ihre Ideen und Visionen ein und erleben, dass ihre Vorschläge in die Bauausführung einfließen. Mit dem Ergebnis können sie sich identifizieren und haben die Erfahrung gemacht, dass sich Mitwirkung lohnt. Vandalismus, Müllaufkommen und missbräuchliche Nutzung sind in der Regel erkennbar seltener als vor dem Umbau.“
 
Dabei wird die Form der Mitwirkung ständig an aktuelle Entwicklungen angepasst. So fand man im Jugendamt heraus, dass die steigende Betreuungsquote für unter dreijährige Kinder auch in der Spielplatzplanung berücksichtigt werden sollte. Kitas haben zwar eigene Außenbereiche zum Spielen, aber vielen Kleinkinder werden von Tagespflegepersonen betreut. Und diese Tagesmütter (meist sind es „Mütter“) sind auf öffentliche Spielplätze angewiesen, die ihren Bedürfnissen entgegenkommen. Daher werden Tagesmütter bei der Planung von Kleinkinderspielplätzen der Kategorie C nun regelmäßig beteiligt.
 
Und auch auf sehr spezielle Sonderwünsche reagieren die technischen Planer im Amt für kommunale Dienste sowie die pädagogischen Experten im Jugendamt spontan und schnell – und erhalten dabei meistens Unterstützung durch den Verwaltungsvorstand und den Rat der Stadt, weil der Spielplatzausbau in Ratingen so ein Erfolgsmodell ist. Ein Paradebeispiel ist der Dirt-Bike-Parcours in Hösel, den tatsächlich eine Gruppe junger Radakrobaten initiiert hat. Ein glücklicher Zufall mit dem Bau eines Regenrückhaltebeckens an einem geeigneten Standort bot die Gelegenheit, kurz entschlossen wurde der Beschluss gefasst, und in wenigen Monaten entstand ein Modellprojekt. Ein ungewöhnlicher Sonderwunsch stand auch beim jüngsten spektakulären Spielplatz-Projekt Pate, dem Drachenspielplatz hinter dem Rathaus.
 
Nicht weniger wichtig als solche Leuchttürme ist jedoch das Spielplatz-Alltagsgeschäft, das in Ratingen seit 20 Jahren systematisch und mit viel Aufwand betrieben wird. Das planmäßige Vorgehen zahlt sich in vielfacher Hinsicht aus. Denn aufgrund der enormen Expertise, die gerade durch den ständigen Umgang mit den Zielgruppen sowie der praktisch permanenten Planung vorhanden ist, sind viele Spielplätze neu, sondern auch zeitgemäß. Trends und pädagogische Erkenntnisse wandeln sich, all dies wird in der Spielplatzplanung berücksichtigt. So gewann zuletzt der Faktor Abenteuer an Bedeutung bei der Gestaltung der Spielgeräte, aber auch Bewegung wurde immer stärker gewichtet. So entstehen auf vielen Plätzen auch einfach modellierte Freiflächen ohne Spielgeräte zum freien und kreativen Toben. Die jüngsten Erkenntnisse: Die meisten Spielplätze wurden recht deutlich von Jungen geprägt. Nun sollen die Anforderungen von Mädchen stärker berücksichtigt werden.
 
Stadt Ratingen
Pressereferentin

Ulrike Trimborn 

Telefon 02102 550-1063 
pressestelle@ratingen.de