Starke Überschwemmungen in Ratingen

Seit Mittwochmorgen hat die Ratinger Feuerwehr mehr als 120 Einsätze wegen des extremen Starkregens absolviert. Und obwohl auch am Donnerstagnachmittag alle verfügbaren Kräfte im Einsatz sind, ist noch jede Menge zu tun, um die Folgen des Unwetters zu beseitigen. Ebenfalls im Dauernoteinsatz waren auch Kräfte des Tiefbauamtes und der Stadtwerke. Einsatzschwerpunkte waren besonders in Ratingen-West und in Tiefenbroich. Hier der Lagebericht der Ratinger Feuerwehr von Donnerstagfrüh:

Bereits am Mittwochabend um 19 Uhr waren die Kapazitäten des Schwarzbachs, des Sandbachs und des Haarbachs erschöpft. Hierdurch kann die Kanalisation nicht entlastet werden. Aufgrund des stark steigenden Pegel des Schwarzbachs lief Wasser in ein Trafohäuschen der Pumpstation am Regenrückhaltebecken Niederbeckweg. Die Stadtwerke Ratingen mussten die Anlage stromlos schaltete. Durch diese unabdingbare Maßnahme liefen ca. 150 Keller in der Wohnsiedlung Felderhof/Am Seeufer voll. Die Flüchtlingsunterkunft am Niederbeckweg mit 27 Bewohnern musste geräumt werden, sie konnten in einer anderen Unterkunft untergebracht werden. Auch die Schwarzbachklinik wurde evakuiert.

Ein weiterer Einsatzschwerpunkt entwickelte sich in Tiefenbroich entlang der Anger, die im Bereich Angermunder Weg über die Ufer trat. In vielen Häusern im Bereich Angermunder Weg, Kleine und Große Dörnen sind Keller überflutet worden. Die Feuerwehr konnte jedoch nicht sofort eingreifen, da große Wassermassen nachliefen und die Kanalisation kein Wasser aufnehmen konnte. 

In Lintorf hat sich der Dickelsbach an der Tiefenbroicher Straße im Bereich Hülsenbergweg gestaut, die Straße, einen Parkplatz und ein anliegendes Haus geflutet. Der Straßenverkehr war hier zeitweise erheblich gestört, da die Straße nicht befahren werden konnte. Im Bereich der Rehhecke hat ein kleiner Bachlauf einen ca. 1.000 Quadratmeter großen Lagerkeller einer Firma ein Meter hoch mit Wasser geflutet. 

Auch andere Bereiche im Stadtgebiet, die nah an Fließgewässern liegen, waren stark betroffen, etwa auch die Wasserburg Haus zum Haus. Der Poensgenpark war stark überflutet und musste gesperrt werden. Auch nachdem das Wasser versickert bzw. abgelaufen ist, müssen Teile gesperrt bleiben, da die Wege im Park stark beschädigt wurden.

Im Gegensatz zum letzten großen Starkregenereignis in Ratingen waren diesmal die Bachläufe besonders problematisch. Da der Regen aus östlichen Richtungen kam, liefen die Bäche schon an ihren Oberläufen schnell voll und hatten. Die Regenrückhaltebecken sind dagegen überwiegend nicht übergelaufen, mit Ausnahme des Beckens am Niederbeckweg, aus dem wegen der vom Schwarzbach herrührenden Überflutung des Trafohäuschen kein Wasser mehr gepumpt werden konnte. Inzwischen konnte das Tiefbauamt die Pumpstation wieder in Betrieb setzen.

Die Hochwasserwelle ist am Donnerstag in Ratingen durch, die Pegel sinken aber nur langsam. Daher kann die Feuerwehr auch die vollgelaufenen Keller nur nacheinander auspumpen, da sonst die Kanalisation überlastet wird.