Neuer KomMITT-Geschäftsführer will Ratingens Weg zur Gigabit-Hauptstadt vollenden

Der neue Geschäftsführer der KomMITT
Stefan Hermes, 53, wird neuer Geschäftsführer der KomMITT Ratingen GmbH.

Nachdem der Rat der Stadt am 25. August grünes Licht gegeben hatte, wurde nun im Rahmen der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Ratingen die künftige Führung der KomMITT GmbH vertraglich fixiert. Stefan Hermes, bislang Prokurist bei der Telekommunikationstochter der Stadtwerke, tritt zum 1. Januar 2021 die Nachfolge von Friedrich Schnadt als Geschäftsführer an. Hermes ist seit Anfang 2018 im Unternehmen und verantwortet als Bereichsleiter den Vertrieb und die IT.

Stadtwerke-Geschäftsführer Marc Bunse sagt: „Herrn Hermes erwartet eine verantwortungsvolle Aufgabe, in die er seine gesamte fachliche Expertise einbringen kann.“ Bürgermeister Klaus Pesch ergänzt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir unter der operativen Führung von Stefan Hermes unser ehrgeiziges Ziel, das bereits dichte Ratinger Glasfasernetz in den nächsten zwei bis drei Jahren auf alle Stadtteile auszudehnen, erreichen werden.“

Ein Blick in den soeben aktualisierten Gigabit-Atlas NRW zeigt, dass Ratingen beim Breitband-Ausbau im landesweiten Vergleich sehr gut da steht. 71 Prozent des Stadtgebiets hat Zugang zu einem Internetanschluss mit einer Übertragungsrate von mindestens 1.000 Mbit/s, sogar für 94 Prozent steht eine Anschlussqualität von mindestens 400 Mbit/s zur Verfügung. NRW-weit liegen die entsprechenden Werte bei 52 bzw. 75 Prozent, im Kreis Mettmann gesamt bei 42 bzw. 78 Prozent.

Dabei erfasst die grobe Darstellung im Gigabit-Atlas gar nicht die wahre Anschlussqualität. Stefan Hermes bedauert, dass die Daten nicht noch differenzierter präsentiert werden, „denn dann wäre Ratingen noch viel weiter vorn“.

Das liegt am Übertragungsmedium. Vor allem in den Ballungsgebieten der Großstädte wird inzwischen das in den 80er Jahren aufgebaute Fernsehkabelnetz technisch umgerüstet und verstärkt als Internetzugang mit angegebenen Übertragungsraten von 1.000 Mbit/s genutzt. „In der Praxis werden solche Werte aber mit steigender Nutzerzahl nicht erreicht“, sagt Stefan Hermes. „Und selbst wenn, ist die Übertragungsrate nur im Download hoch, der Upload ist demgegenüber bei dieser Technik sehr stark limitiert.“

In Ratingen dagegen geht die ausgewiesene Abdeckung von 71 Prozent des Stadtgebiets fast vollständig auf das Konto des KomMITT-Glasfasernetzes. „Das ist technisch eine ganz andere Welt“, sagt Stefan Hermes. „Die Übertragung über Lichtwellen hat auch jenseits der 1.000 Mbit/s noch reichlich Reserven.“ Ein weiterer großer Vorteil besteht in der sehr hohen Übertragungsrate im Upstream, die bei Privathaushalten in der Regel halb so hoch ist wie die Downloadrate und bei Unternehmen sowie an Schulen sogar gleich hoch. „Diese hohe Qualität macht den vor kurzem vollendeten Digitalanschluss fast aller Schulen in Ratingen noch wertvoller“, ergänzt Bürgermeister Pesch.

Diesen Weg will der künftige KomMITT-Geschäftsführer weiter beschreiten. Zurzeit wird Hösel angeschlossen, im nächsten Jahr folgen Eggerscheidt sowie die Teile Lintorfs, in denen die Glasfaserkabel noch nicht liegen, und 2022/2023 ist Homberg an der Reihe. „Dann werden alle zusammenhängenden Siedlungsgebiete Ratingens Zugang zur Glasfaser-Infrastruktur haben“, sagt Stefan Hermes.

Der 53 Jahre alte Diplomingenieur ist seit 25 Jahren in der Telekommunikations- und IT-Branche tätig, unter anderem als Pionier beim wohl erfolgreichsten deutschen City Carrier NetCologne und bei der Media Broadcast GmbH, einem führenden europäischen Betreiber für TV- und Radiosendernetze, Satelliten- und Datennetze.