24.09.2018

FAIRspielt? - Themenabend im Museum rund um Faire Spielwaren

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche wurden auch Kinder- und Jugendthemen des Fairen Handels auf die Agenda gehoben. So hatten der Ratinger Puppen- und Spielzeugfreunde e.V. und die Koordinatorin für Kommunale Entwicklungspolitik, Lena Steinhäuser, am vergangenen Freitag (21. September) ins Museum Ratingen geladen: Der Themenabend „FAIR-spielt?“ lockte viele interessierte Besucherinnen und Besucher ins Stadtmuseum.
 
„Tatsächlich werden Spielwaren mit dem Fairen Handel oft nicht in Verbindung gebracht“, erklärt Lena Steinhäuser. Dies liege unter anderem daran, dass es anders als z.B. bei landwirtschaftlichen Produkten wie Kaffee schwieriger sei, die gesamte Lieferkette zu überblicken und zu zertifizieren. Die Herausforderung beginnt schon bei der Vielzahl an Grundstoffen wie Holz, Mineralöl für Plastikprodukte, Leder für Bälle oder Textilien, die für die unterschiedlichsten Spielwaren eingesetzt werden.
 
Ein Großteil der Spielsachen wird bekanntlich in Niedriglohnländern produziert. Und obwohl die Produktionsbedingungen je Fabrik sehr unterschiedlich sind, herrschen in vielen Spielzeugfabriken Arbeitsbedingungen, die international anerkannte Standards verletzen. Almut Ihling, Bildungsreferentin bei WEED - Weltwirtschaft, Ökologie & Entwicklung e.V.:  „Oft sind erzwungene exzessive Überstunden, nicht existenzsichernde Löhne, mangelhafter Arbeitsschutz z.B. beim ungeschützten Arbeiten mit giftigen Chemikalien und eine unzureichende Hygiene beim Essen, der Sanitäranlagen und bei der Unterbringung der Arbeiterinnen und Arbeiter an der Tagesordnung.“
 
Vor allem für anwesende Großeltern und Vertreterinnen von Kitas waren die Alternativen interessant. Zwar gibt es noch kein einheitliches Siegel für Spielwaren, das verbindliche soziale Kriterien vorschreibt. Jedoch könne man laut Almut Ihling z.B. bei Bällen auf Fair-Trade-Siegel achten oder bei Textilprodukten auf das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard), das auch verbindliche soziale Standards vorschreibe - das gelte ebenso auch beim FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) für Holzprodukte. Eine große Auswahl an Spielwaren aus dem Fairen Handel wurde von Walter König aus Ratingen-Homberg, der seit vielen Jahren den Fairen Handel unterstützt, vorgestellt. „Bei Spielwaren aus dem Weltladen und Produkten, die das WftO-Siegel, der World Fair Trade Organization tragen, werden die Fair-Trade-Standards eingehalten“, so König.
 
Weiterführende Informationen zur Spielzeugproduktion und Fairem Handel finden sich in der Broschüre „Spielregeln - Hintergründe und Arbeitsrechtsverletzungen in der Spielzeugindustrie“, die kostenfrei heruntergeladen werden kann https://www.weed-onlilne.org.
 
Im Rahmen der bundesweiten Aktionswochen „FairenWoche“ finden in Ratingen noch folgende Veranstaltungen statt:
 
  • Montag, 24., bis Sonntag, 30. September: Faire Woche bei den Ratinger Bädern. Das Sauna-Team des Allwetterbads widmet sich mit einer Veranstaltungswoche dem Thema Nachhaltigkeit und dem Fairen Handel, Allwetterbad Lintorf.

  • Mittwoch, 26. September: Aktionstag „Fairer Umgang mit sich und der Umwelt“ - mit fairen Saunaprodukten, Getränken und Snacks sowie musikalischer Unterhaltung, Sauna im Allwetterbad Lintorf.

  • Donnerstag, 27. September, 14 bis 16 Uhr: Auszeichnungsfeier: Ratingen ist Fairtrade-Town und das Adam-Josef-Cüppers-Berufskolleg ist Fairtrade-School, im AJC-Berufskolleg, Minoritenstraße.
 
Rückfragen zur „Fairen Woche“ beantwortet bei der Stadtverwaltung Ratingen Lena Steinhäuser, Projektkoordinatorin Kommunale Entwicklungspolitik, Tel. (02102) 550-1065, E-Mail: lena.steinhaeuser@ratingen.de.
 
 
Bürgeramt/Pressestelle
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