Geburten - Beurkundung von Geburten

Die Geburt eines Kindes wird beim Standesamt des Geburtsortes beurkundet, d.h. in das Geburtenregister eingetragen. Die Geburtsurkunden werden also immer vom Standesamt des Geburtsortes ausgestellt.

Hier werden verschiedene Unterlagen benötigt:

  • Geburtsanzeige
  • Bescheinigung über die Geburt
  • Unterlagen der Kindeseltern
  • Namenserklärung für das Kind

Geburtsanzeige

Die Geburt eines Kindes ist dem zuständigen Standesamt innerhalb einer Woche anzuzeigen.

Bei Geburten im St. Marien Krankenhaus erfolgt die schriftliche Anzeige durch die Verwaltung des Krankenhauses. Die Kindeseltern sollten ihre persönlichen Unterlagen sowie die Namenserklärung für das Kind also bereits im Krankenhaus abgeben, die Unterlagen werden dann von dort an das Standesamt weitergeleitet.

Bei einer Hausgeburt erfolgt die mündliche Geburtsanzeige durch persönliche Vorsprache des Anzeigenden beim Standesamt. Anzeigepflichtig sind: die sorgeberechtigten Eltern oder jede andere Person, die bei der Geburt zugegen war (z.B. Hebamme) bzw. aus eigenem Wissen darüber Kenntnis hat. In der Regel ist der Anzeigende der Kindesvater.

Bescheinigung über die Geburt

Die Bescheinigung über die Geburt wird von der Hebamme oder der Ärztin/dem Arzt ausgestellt. Entsprechende Formulare können Sie (die Hebammen) gerne hier im Standesamt anfordern.

Unterlagen der Eltern des Kindes

Um die Geburt eines Kindes beurkunden und entsprechende Geburtsurkunden ausstellen zu können, werden von den Kindeseltern aktuelle Nachweise hinsichtlich Identität, Namensführung, Familienstand und Staatsangehörigkeit benötigt.

Welche Unterlagen von den Kindeseltern benötigt werden, unterscheidet sich also je nach Familienstand, Geburtsort, Heiratsort und insbesondere der Staatsangehörigkeit der Eltern. In der Regel sind dies:

für alle Eltern:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • aktuelle beglaubigte Abschrift des Geburtenregisters (falls in Deutschland geboren)
  • aktuelle internationale Geburtsurkunde oder Geburtsurkunde mit Übersetzung, ggf. nach ISO-Norm (falls im Ausland geboren)

für Elternteile, die verheiratet / geschieden /verwitwet sind:

  •  aktuelle beglaubigte Abschrift des Familienbuches / Eheregisters  mit Hinweisen (falls in Deutschland geheiratet)
  •  aktuelle internationale Heiratsurkunde oder Heiratsurkunde mit Übersetzung, ggf. nach ISO-Norm (falls im Ausland geheiratet)
  • entsprechende Urkunde mit Vermerk über die Auflösung der Ehe durch Scheidung oder Tod (falls geschieden oder verwitwet)

für Eltern, die nicht miteinander verheiratet sind:

  • die Urkunde über die Anerkennung der Vaterschaft mit Zustimmungserklärung (falls bereits erfolgt)
  • die Urkunde über die Erklärung des gemeinsamen Sorgerechts (falls gewünscht und bereits erfolgt)

für Mütter, die verheiratet sind, der Ehemann jedoch nicht der Vater des Kindes ist

  • aktuelle beglaubigte Abschrift des Familienbuches / Eheregisters mit Hinweisen (falls in Deutschland geheiratet)
  • aktuelle internationale Heiratsurkunde oder Heiratsurkunde mit Übersetzung, ggf. nach ISO-Norm (falls im Ausland geheiratet)
  • ggf. Nachweis darüber, dass das Scheidungsverfahren für die Ehe der Mutter bereits anhängig ist
  • Urkunden über die Anerkennung der Vaterschaft mit Zustimmungen und ggf. Sorgerechtserklärung (falls bereits erfolgt)

für ausländische Elternteile...

  • Reisepass (zunächst ist auch eine Kopie hilfreich)

für eingebürgerte Elternteile oder Spätaussiedler...

  • Einbürgerungsurkunde
  • Registrierschein / Vertriebenenausweis
  • ggf. Urkunde über Namensänderungen (Änderung der Namen in die deutsche Schreibweise, abweichend von der Geburtsurkunde)

Alle Urkunden und Unterlagen sind im Original vorzulegen.

Alle Übersetzungen sind von einem anerkannten Dolmetscher in Deutschland zu fertigen.

Alle Transliterationen (Umschrift in die lateinische Schrift) sind nach ISO-Norm zu fertigen, sofern eine ISO-Norm vereinbart ist.


Je nach Einzelfall kann die Vorlage weiterer Dokumente und Unterlagen erforderlich sein.
In diesem Fall werden Sie vom Standesamt Ratingen informiert.

Namenserklärung

Für das Kind ist eine Namenserklärung abzugeben.
Ein entsprechendes Formular erhalten Sie im Krankenhaus, von der Hebamme oder hier im Standesamt.

Vornamen für ein Kind

Informationen zur Erteilung von Vornamen finden Sie in den Rubriken "Vornamen" und "Vornamensstatistik" (weiterführende Links s.u.). 

Familienname (Geburtsname) für ein Kind

Die Eltern eines Kindes sind miteinander verheiratet und führen einen gemeinsamen Ehenamen:

  • das Kind erhält den gemeinsamen Ehenamen der Eltern als Geburtsnamen (Familiennamen).

Die Eltern eines Kindes sind miteinander verheiratet und führen keinen gemeinsamen Ehenamen:

  • die Eltern bestimmen den Familiennamen der Mutter oder den Familiennamen des Vaters
    zum Geburtsnamen (=Familiennamen) des Kindes.
    Diese Bestimmung für das erste gemeinsame Kind gilt dann auch für alle weiteren gemeinsamen Kinder.
    Die Führung eines Doppelnamens für Kinder, zusammengesetzt aus den Familiennamen der Eltern, ist nicht möglich.

Die Eltern eines Kindes sind nicht miteinander verheiratet, jedoch durch Erklärung (beim Jugendamt) gemeinsam sorgeberechtigt:

  • die Eltern bestimmen den Familiennamen der Mutter oder den Familiennamen des Vaters
    zum Geburtsnamen (Familiennamen) des Kindes.
    Diese Bestimmung für das erste Kind (mit gemeinsamer Sorge) gilt dann auch für alle weiteren Kinder (mit gemeiname Sorge).
    Die Führung eines Doppelnamens für Kinder, zusammengesetzt aus den Familiennamen der Eltern, ist nicht möglich.

Die Eltern eines Kindes sind nicht miteinander verheiratet, die Kindesmutter ist allein sorgeberechtigt:

  • das Kind erhält kraft Gesetzes den Familiennamen der Mutter als Geburtsnamen (=Familiennamen).
    Die Kindesmutter kann dem Kind den Familiennamen des Vaters erteilen.
    Voraussetzung hierfür ist die Anerkennung der Vaterschaft und natürlich die Zustimmung des Kindesvaters zur Namenserteilung.

Führen die Eltern eines Kindes keinen gemeinsamen Familiennamen, sollte die Bestimmung bzw. Erteilung des Familiennamens für das Kind gut überlegt sein. Ist die Namensführung aufgrund der Namenserklärung der Kindeseltern einmal beurkundet, so ist sie nicht mehr rückgängig zu machen oder zu ändern, auch dann nicht, wenn die Kindeseltern sich einmal trennen sollten.

Das Recht der Namensführung richtet sich nach der Staatsangehörigkeit des Kindes.
Bei in Deutschland geborenen Kindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind daher
evtl. namensrechtliche Vorschriften des Heimatlandes zu beachten.
Bei Fragen hierzu sollten die Eltern sich vorab mit ihrem Konsulat in Verbindung setzen.

Anerkennung der Vaterschaft und gemeinsames Sorgerecht

Die Kindesmutter ist nicht verheiratet:

Für die Eintragung des Kindesvaters in das Geburtenregister (die Geburtsurkunden) ist die Anerkennung der Vaterschaft mit Zustimmung der Kindesmutter erforderlich. Die Vaterschaftsanerkennung kann beim Standesamt oder Jugendamt erfolgen.

Ist die Mutter eines Kindes zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet, so ist sie kraft Gesetzes allein sorgeberechtigt. Die Kindeseltern können durch Erklärung beim Jugendamt das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind bestimmen.

Die Kindesmutter ist (noch) verheiratet:

Als Vater eines Kindes gilt der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mit der Kindesmutter verheiratet ist. Dies gilt auch in dem Fall, wenn der Ehemann der Mutter nicht der leibliche Vater des Kindes ist. Ist das Scheidungsverfahren für die Ehe der Kindesmutter bereits anhängig, so kann der leibliche Vater die Vaterschaft zu dem Kind anerkennen. Hierzu ist die Zustimmung der Kindesmutter und die Zustimmung des (Noch-)Ehemannes der Kindesmutter erforderlich. Es handelt sich hier um eine sogenannte Drittanerkennung. Diese Drittanerkennung kann beim Standesamt oder Jugendamt erfolgen.

Die Kindesmutter und ihr Ehemann sind gemeinsam sorgeberechtigt.

Die Anerkennung der Vaterschaft und die Erklärung zum Sorgerecht können bereits vor der Geburt des Kindes erfolgen.

Dies hat für Sie zum einen den Vorteil, dass Sie sich kurz nach der Geburt des Kindes darum nicht mehr kümmern müssen und zum anderen, dass Sie hinsichtlich der weiteren zu erledigenden Formalitäten und auftretenden Fragen (z.B. Namensführung des Kindes) bereits beraten werden.

Hat einer der Beteiligten (Mutter, Vater, Ex-/Ehemann der Mutter) nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, so ist ggf. internationales Recht zu beachten. In einigen Staaten ist z.B. eine Mutterschaftsanerkennung erforderlich oder es sind bestimmte Fristen zu beachten. Sollte also einer der Beteiligten eine ausländische Staatsangehörigkeit haben, sollten Sie sich möglichst vor der Geburt des Kindes bzgl. der Vaterschaftsanerkennung beim Standesamt oder Jugendamt erkundigen.

Die Erklärung zum gemeinsamen Sorgerecht für ein Kind ist beim Jugendamt abzugeben. Auch dies ist bereits vor der Geburt des Kindes möglich. Nähere Informationen finden sie in der Rubrik "Beistandschaften / Vormundschaften / Beurkundungen" (weiterführende Links s.u.).

Ausstellung von Geburtsurkunden

Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen erfolgt die Beurkundung, d.h. die Geburt des Kindes wird in das Geburtenregister des Standesamtes Ratingen eingetragen. Aus diesem Register erfolgt dann die Ausstellung von Geburtsurkunden.

Für ein neugeborenes Kind erhalten Sie in der Regel eine Geburtsurkunde. Auf Wunsch können Sie natürlich auch mehrere Urkunden erhalten. Die Ausstellung einer Urkunde ist gebührenpflichtig à 10,00 € für eine Ausfertigung und 5,00 € für jede weitere Ausfertigung der selben Urkunde.

Darüber hinaus erhalten Sie verschiedene Geburtsbescheinigungen, zur Vorlage bei der Krankenkasse (Mutterschaftshilfe), zur Beantragung von Elterngeld und Kindergeld . Diese Bescheinigungen sind gebührenfrei.

Zusätzlich können Sie internationale Geburtsurkunden erhalten, z.B. für Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit zur Vorlage beim Konsulat des Heimatlandes. Diese sind ebenfalls gebührenpflichtig à 10,00 € für eine Ausfertigung und 5,00 € für jede weitere Ausfertigung.

Für alle weiteren Fragen rund um das Thema "Beurkundung der Geburt" und "Geburtsurkunden" steht Ihnen das Team des Standesamtes Ratingen gerne zu Verfügung.

 

Rechtsgrundlagen

Es werden personenbezogene Daten erhoben. Informationen nach Art. 13 EU-DSGVO zur Erhebung der personenbezogenen Daten finden Sie unter dem unter Download verlinkten Dokument.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Seiten: