Wichtige Ratsbeschlüsse vom 29. Juni 2021 im Überblick

Der Rat der Stadt hat sich in seiner Sitzung am 29. Juni 2021 mit einer Reihe von Punkten befasst, die sich auf das gesellschaftliche Leben in Ratingen spürbar auswirken werden – von der erneuten Entlastung von Eltern bei den Kita-Beiträgen über die Planung für das Freizeitareal am Blauen See bis hin zur Entwicklung der zentralen Innenstadtfläche an der Kirchgasse/Turmstraße. Die folgende Zusammenfassung liefert eine Auswahl der wichtigsten Entscheidungen mit kurzen Erläuterungen. Ausführlichere Informationen zu den angesprochenen Themen gibt es ggfs. über Links bei den einzelnen Punkten sowie im Ratsinformationssystem, das Beschlussvorlagen, Sitzungstermine und Ergebnisprotokolle im Original enthält.

Jahresabschluss der Stadtwerke festgestellt

Der Rat stellte den Jahresabschluss der Stadtwerke Ratingen GmbH fest und beauftragte den Vertreter der Stadt Ratingen in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke, entsprechend zu beschließen. Dem Geschäftsführer Marc Bunse und dem Aufsichtsrat wurde Entlastung erteilt. Die Stadtwerke Ratingen schlossen das Geschäftsjahr 2020 mit einem Überschuss in Höhe von 3,7 Millionen Euro ab, die diesmal vollständig an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Das bedeutet: 2,2 Millionen für die Stadt Ratingen, 1,5 Millionen für den Mitgesellschafter, die Westenergie AG.

Eltern werden noch weiter entlastet

Ratinger Eltern werden bei den Beiträgen für Kita, Kindertagespflege und Ogata im Zeitraum Januar bis Mai 2021 noch weiter entlastet. Der Rat der Stadt übernahm eine Erstattungsregelung für die coronabedingten Einschränkungen im Betreuungsangebot, die zwischen der Landesregierung NRW und den kommunalen Spitzenverbänden vereinbart worden war, ging für Ratingen aber noch einen Schritt weiter: Neben der allgemeinen Halbierung der Beiträge für März bis Mai gewährt Ratingen den Eltern noch eine individuell berechnete Erstattung für die Tage in den genannten drei Monaten, in denen ihre Kinder nicht in der Betreuung waren. Für Januar und Februar mussten Ratinger Eltern ohnehin gar keine Beiträge für die Betreuung bezahlen.

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Neue Kunstwerke für das Museum

Stier-Skulptur
Unter anderem diese Stier-Skulptur von Maria Fuss wurde dem Museum Ratingen vermacht.
Das Museum Ratingen erweitert seinen Fundus um fünf Werke der Künstlerin Maria Fuss. Der Rat stimmte der Annahme einer Schenkung zu, die aus dem Nachlass eines Ehepaares aus Solingen stammt. Die Werke waren dem Museum angeboten worden, weil dieses seit Beginn der 80er Jahre den Nachlass der Düsseldorfer Künstlerin Maria Fuss beherbergt – insgesamt ca. 140 Skulpturen und 200 druckgrafische Werke.

Nun kommen drei Bronzeskulpturen, zwei Bronzeplatten und eine Lithografie mit christlichen Motiven hinzu. Religiöse Themen bildeten einen Schwerpunkt im Werk der 1907 in Düsseldorf geborenen Künstlerin. Sie studierte unter anderem an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschülerin bei Alexander Zschokke und wurde 1948 als erste Frau ordentliches Mitglied im Düsseldorfer Künstlerverein Malkasten.

Parkraum in Tiefgaragen soll besser ausgenutzt werden

Der Parkraum in den städtischen Tiefgaragen an der Angerstraße, Grabenstraße und Wallstraße soll besser genutzt werden. Dazu führt die Stadt neue Tarifmodelle für Dauerparker ein und passt nach zehn Jahren die entsprechenden Tarife an. So soll es neben dem Tarif für Dauerparker rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche demnächst einen speziellen Tarif für Berufstätige geben, der das Parken tagsüber von Montag bis Freitag oder wahlweise bis Samstag erlaubt. Neu eingeführt wird ein Nachtparktarif. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Anwohner. Die neuen Modelle sollen zum 1. Oktober eingeführt werden. Dann gelten auch die neuen Tarife: 70 Euro im Monat für Dauerparker, 60 Euro für Tagesparken plus (Mo.-Sa.), 50 Euro für Tagesparken (Mo.-Fr.) sowie 35 Euro für Nachtparken. Die Kunden werden individuell informiert, genauere Informationen werden demnächst bereitgestellt.

B-Plan für Wohnbaufläche im Ratinger Süden wird aufgestellt

Der Rat beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans für ein Gebiet am Voisweg im Bereich des Schwarzen Sees. Dort, im Ratinger Süden, sollen Wohngebäude mit insgesamt rund 30 Wohneinheiten errichtet werden.

Kita in West wird sechsgruppig

Die Pläne für die neue Kita an der Liebigstraße in Ratingen-West wurden geändert. Die Kindertagesstätte wird sechs Gruppen aufnehmen können. Ursprünglich waren vier geplant, doch die Fortschreibung der Kita-Planung zeigte, dass der Bedarf im Stadtteil gestiegen ist. Darauf reagiert die Stadt. In den beiden oberen Geschossen des neuen Gebäudes sollen auch zehn bis 14 sozial geförderte Wohnungen errichtet werden.

Charakter der Villensiedlung Am Adels soll erhalten werden

Für das Gebiet Am Adels (zwischen Tennisclub und Friedhof Hösel) wird ein Bebauungsplan aufgestellt mit dem Ziel, den Charakter dieser außergewöhnlichen Villensiedlung zu erhalten. Das Gebiet ist geprägt durch architekturhistorisch wertvolle moderne Villen im Bungalow-Stil, die zwischen den 50er und 80er Jahren erbaut wurden. Der beschlossene B-Plan soll in erster Linie dazu dienen, den besonderen städtebaulichen Charakter dieses Gebietes zu erhalten.

Das erste Haus dieser Art in der Höseler Siedlung wurde vom Architekten Franz Joseph „Sep“ Ruf in den 50er Jahren für die Stieftochter des späteren Bundeskanzlers Ludwig Erhard gebaut. Wenig später entwarf Sep Ruf den berühmten Kanzlerbungalow in Bonn. Dieses besondere Haus in Hösel wird mitsamt einiger Geschichten zu ihren Bewohnern in einem Film für den Ratinger Senioren-Kanal auf Youtube vorgestellt. Das Video kann unter www.senioren-ratingen.de aufgerufen werden.

Realisierungswettbewerb für den Blauen See

Die Stadt Ratingen hat die Flächen des Freizeitareals Blauer See erworben und kann nun die Planung zur Neugestaltung des Geländes vorantreiben. Vorgesehen ist die Errichtung eines Umweltbildungszentrums mit geeigneten Außenanlagen am Blauen See. Gleichzeitig sollen Freizeitangebote erhalten bzw. neu errichtet werden. Allerdings ist eine bauliche Entwicklung wegen des Schutzstatus des Gebietes nur in den Grenzen der bestehenden Bebauung möglich.

Der Rat der Stadt beschloss nun, einen Realisierungswettbewerb auszuschreiben, der sowohl die Hochbau- als auch die Freiraumplanung umfasst. Dabei geht es in erster Linie darum, das Umweltbildungszentrum so im Gelände zu platzieren und zu gestalten, dass es bestmöglich mit weiteren Nutzungen wie etwa gastronomischen oder Freizeitangeboten harmoniert.

Stadt und Kirche wollen Areal Kirchgasse/Turmstraße gemeinsam entwickeln

Die Stadt Ratingen und die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul haben eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Entwicklung des Innenstadtareals zwischen Kirchgasse, Turm- und Grütstraße gefasst. Bislang sind der Bau von Wohnunten, die Ansiedlung eines Bio-Supermarktes sowie der Neubau des Gemeindezentrums und des katholischen Kindergartens vorgesehen. Das städtische Jugendzentrum Lux, das sich ebenfalls auf dieser Fläche befindet, soll in der Innenstadt gesichert werden, aber vorzugsweise an einem anderen Standort.

Das gemeinsame Vorgehen der Stadt und der Kirchengemeinde birgt die große Chance, diese wichtige innerstädtische Fläche sinnvoll zu entwickeln. Entsprechende Versuche, das städtische Teilgrundstück separat neu zu bebauen, auf dem zuvor das Parkhaus Kirchgasse gestanden hatte, waren bislang gescheitert. Nun könnte auf der Fläche des gesamten Neubaubereichs eine Tiefgarage errichtet werden. Ziel ist es, durch eine Straßenrandbebauung an der Turmstraße und der Kirchgasse den kleinteiligen Charakter der Altstadt aufzunehmen.

Mittel für Sanierung der Lärmschutzwand bereitgestellt

Der Rat der Stadt stellte 300.000 Euro überplanmäßig bereit, um die Lärmschutzwand am Maubeuger Ring zu sanieren. Bei Grünschnittarbeiten war aufgefallen, dass die oberen Elemente der Wand teilweise nicht mehr fest verankert waren. Die Arbeiten haben bereits begonnen.

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Stadt fördert Solaranlagen

Die Stadt Ratingen will die Photovoltaik-Leistung schnell und deutlich ausbauen. Der Rat der Stadt beschloss, ein kommunales Förderprogramm Solarenergie aufzulegen, und stellte dafür insgesamt 300.000 Euro für die Jahre 2021 und 2022 bereit. Hauseigentümer und Mieter können davon profitieren, denn neben Dachanlagen werden auch Balkonmodule gefördert, darüber hinaus in erheblichem Umfang Stromspeicher. Detaillierte Infos und Formulare werden in Kürze bereitgestellt.

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