Medienzentrum - Malawi-Aquarium

Malawi Aquarium

MALAWI - AQUARIUM im 2. Obergeschoss des Medienzentrums

Bei den Fischen in diesem Aquarium handelt es sich um eine spezielle Gruppe von Cichliden (Buntbarschen) aus dem Malawi-See im südlichen Afrika.
Der Malawi-See gehört mit 60 km Breite, 500 km Länge und rund 800 m Tiefe zu den größten Seen der Erde.
Bei einer Fläche von 28 500 km² ist er größer als Hessen und das Saarland zusammen. Mit ca. 440 Fischarten stellt er die gewaltigste Artenvielfalt, innerhalb eines Gewässersystems, auf der Erde.
3/4 der im Malawi-See vorkommenden Fische leben endemisch, d.h. es gibt sie nur dort und sonst nirgends auf der Welt.


Die am Malawi-See wohnenden Afrikaner gaben 11 Cichlidengattungen den Namen "Mbuna", zu denen auch die hier schwimmenden Fische gehören.
Ihnen allen ist gemeinsam, dass Sie Bewohner der Litoralzone (Felsenzone) sind, so dass die Zusammenfassung der Gattungen zu einer Gruppe erlaubt ist.
Mit Ausnahme der monotypischen (nur ein Vertreter) Gattung Genyochromis, die sich von den Schuppen anderer Fische ernährt, leben die restlichen 10 Gattungen der Mbunas von der Abweidung des Algen-Aufwuchses und den in ihnen vorkommenden Kleinstlebewesen.
Alle Mbunas sind von gedrungener, wenig gestreckter Form, während die Größe variabel ist. Sie reicht von den ca. 8 cm großen Labidochromis bis zum 26 cm großen Giganten der Gattung Petrotilapia.
Im Gegensatz zu vielen anderen Fischvertretern aus dem Malawi-See, sind die Mbunas bereits als Jungtiere außerordentlich farbenprächtig und daher für die Aquaristik sehr ansprechend.


Die hier zu sehenden Cichliden sind ausnahmslos Nachzuchten. Sie haben ein sehr interessantes Territorial-, Paarungs- und Brutpflegeverhalten.
Alle Mbunas gehören zu den sogenannten Maulbrütern, d.h. die Weibchen legen ein Ei, wenden sich blitzschnell um, nehmen das Ei ins Maul auf und schwimmen damit zur Afterflosse des Männchens. Auf der Afterflosse befinden sich ein oder mehrere Eiflecken, welche als Ei-Atrappen fungieren. Das Weibchen versucht nun die vermeintlichen Eier aufzunehmen, während das Männchen aus den Genitalorganen Spermien ausstößt. Diese Prozedur wiederholt sich bis das letzte Ei abgegeben wurde.


Die Eier werden so im Maul befruchtet und verbleiben je nach Art 14 bis 30 Tage darin. In dieser Zeit stellt das Weibchen die Nahrungsaufnahme fast ganz ein.
Nach dem Schlüpfen der Brut werden die Jungtiere gelegentlich an einem sicheren Ort "freigelassen", um bei Gefahr sofort wieder aufgenommen zu werden.
Ab einer bestimmten Größe, bei den kleineren Arten ca. 7 mm und ca. 2 cm bei den größeren Arten, werden sie endgültig ausgespuckt und müssen selbst für sich sorgen.


Ihre unkomplizierte Haltung, die außergewöhnliche Farbenvielfalt und ihr interessantes Verhalten machen sie zu idealen Aquarienpfleglingen, die sich leicht nachzüchten lassen.


Bereits vor Jahrzehnten wurden die ersten Mbunas nach Europa importiert und breiteten sich bei den Aquarianern in einem phänomenalen Boom weltweit aus, der bis heute ungebrochen andauert. Immer wieder werden "neue" Arten und Unterarten entdeckt und in den Handel aufgenommen.
Da diese Fische Vegetarier sind, wird man auch in diesem Aquarium zahlreiche Nachzuchten beobachten können.


Nähere Informationen zu diesen Fischen bei Ufk 6 im 2.OG.


Technische Daten

  Maße    : 120 x 120 x 70 cm
  Wasser  : ca. 1000 Liter
  Glas    : 15 mm
  Licht   : 2 x 250 W HQI (Quecksilberdampf-Hochdruck)
  Heizung : Stab-Regelheizung
  Filter  : - Pumpen-Schnellfilter in einem Teil der
              Mittelsäule des Beckens
            - Biologischer-Mehrkammer-Nassfilter unterhalb
              des Aquariums mit nebenstehendem Wasser-
              Ausgleichsbecken (verdunstetes Wasser wird
              automatisch ersetzt)

Die technische Einrichtung macht dieses Becken "relativ" wartungsarm.


In der Mitte des Beckens befindet sich eine Glassäule mit den Maßen 30x30x70 cm. Diese Säule ist der Länge nach mehrfach geteilt und übernimmt mehrere Funktionen.
Innerhalb der Säule hat der Boden des Beckens 3 Bohrungen erhalten, damit Rohre von unten nach oben (oder umgekehrt) durchgeführt werden können.


Ein Teil dieser Säule dient als "überlauf" nach unten in den Bio-Filter und ein Teil der Säule als Kammer für den Schnellfilter.
Das gereinigte Wasser wird von unten über eine Rohrleitung nach oben gepumpt.
Die Reinigung des "Langzeit-Filters" muss nur alle 2 - 3 Jahre erfolgen.


Um die schweren Abfallstoffe (Kot u.ä.) schnell festhalten zu können, wurde ein zusätzlicher Schnellfilter in den Schacht eingebaut, der das Wasser unten anzieht und oben gereinigt ins Becken strömen lässt. Die Führung des Elektrokabels verläuft durch ein Rohr zum Verteiler unterhalb des Beckens.
Reinigung des Schnellfilters: alle 2 - 3 Wochen.


Die hier gezeigten Cichliden sind standorttreu und sind auch in ihrer Heimat auf engstem Raum in großer Zahl vorhanden. Sie sind ideal für unsere Wasserverhältnisse (hartes Wasser) und bieten reiche Beobachtungsmöglichkeiten.


Pflanzen
Aufgrund des alkalischen Wassers wachsen im Malawi-See wenige Pflanzen.
Aus zwei Gründen wollten wir jedoch auf Pflanzen nicht verzichten:
1) als Hilfe zum Abbau der Ausscheidungsstoffe der Fische
2) als Dekoration


Vier Pflanzenarten wurden verwandt, die für die Barsche widerstandfähig genug sind:
1) Anubia nana (kleinblättrig, sitzt hier auf Steinen)
2) Anubia barteri (herzförmig auf längeren Stengeln)
3) Crinum thaianum (Zwiebelgewächs, längere Blätter)
4) Cryptocoryne usteriana (50 - 100 cm, genoppte Blätter)


Steine
Quarzsandstein aus Meeresbrandungen. Sie sind in Form und Farbe dem Gestein im Malawi-See sehr ähnlich.

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