1958 - Städtepartnerschaft mit Maubeuge

„Die Idee der Städtepartnerschaft entstand hauptsächlich nach dem Zweiten Weltkrieg als Initiative der Basis, um die durch zwei Weltkriege in Europa aufgerissenen Wunden zu heilen.“ (ohne Autor: Städtepartnerschaften, in: Bundeszentrale für politische Bildung) Um deutsch-französische Beziehungen zu ermöglichen, setzten sich vor allem Schweizer Historiker durch die Bildung der „Internationalen Bürgermeisterunion für deutsch-französische Verständigung“ (kurz: IBU) ein.
Am 21. September des Jahres 2018 jährt sich die Städtepartnerschaft (Jumelage) mit der nordfranzösischen Stadt Maubeuge zum 60. Mal. Dabei begann sich bereits ein paar Jahre zuvor eine Verbindung aufzubauen, die vor allem vom Austausch von Jugend-, Sport- oder Musikgruppen lebte.
Bereits Mitte der 1950er Jahre war ein Jugendaustausch geplant, konnte jedoch nicht sofort umgesetzt werden. 1955 folgte der erste Kontakt auf einer Tagung der Europa-Union, bei welcher Max Heuser (Leiter eines Jugendwohnheims und Vorsitzender der Ratinger Europa-Union) den Bürgermeister der Stadt Maubeuge Dr. Pierre Forest kennenlernte. Auf Grundlage dieser Begegnung sollten alle weiteren folgen.
Vom 20. bis zum 22. September 1958 folgten Ratinger Vertreter aus Rat und Verwaltung einer Einladung nach Maubeuge. Im festlichen Rahmen wurde nun die offizielle Partnerschaftsurkunde unterzeichnet. Bürgermeister Peter Kraft äußerte sich in einem Brief an seinen französischen Kollegen daraufhin wie folgt:
„[…] darf ich Ihnen versichern, sehr geehrter Herr Kollege, daß ich tief ergriffen war von der offiziellen Feier, in der wir beide gelobten, die Freundschaft der Völker zu fördern und im Sinne der europäischen Verständigung alle Menschen dafür zu gewinnen.“
Im darauffolgenden Jahr lud die Stadt Ratingen Vertreter der Stadt Maubeuge vom 3. bis zum 5. Oktober ein. Die beiden Bürgermeister unterschrieben bei dieser Gelegenheit die Partnerschaftsurkunde – welche von einem französischen Kriegsveteran aus dem Ersten Weltkrieg verfasst worden war –, die auch Freundschaftsurkunde (Protocole d'Amitié) genannt wird.
Bereits im Juli 1956 war die Ehrung der gefallenen Soldaten an Ehrendenkmälern vollzogen worden, welche seither zur Tradition für die gegenseitigen Besuche wurde. Dabei wird ein großer Kranz mit einer Schleife in den Farben der Besucher an dem Denkmal niedergelegt und der Gefallen gedacht.
Über die Jahre folgten immer wieder offiziell wie inoffiziell gegenseitige Besuche. So wurden 1978 Vertreter Ratingens für das 300-jährige Jubiläum der Rückkehr Maubeuges in das französische Reich eingeladen, um an den Festivitäten teilzunehmen. An dem Umzug, der ebenfalls an diesem Tag durch die Straßen Maubeuges stattfand, durfte auch das Lintorfer Tambourcorps mitwirken.

Eine besondere Verbindung herrscht zwischen den Seniorenheimen St. Marienhof und St. Emile, welche 2002 den ersten Preis für „bürgerliches Engagement in deutsch-französischen Städte- und Gemeindepartnerschaften“ der Robert-Bosch-Stiftung erhielt. Obgleich es um den Austausch zwischen 2004 und 2014 etwas ruhiger geworden ist, so ist die Städtepartnerschaft noch immer ein aktuelles Thema und auch der Schüleraustausch ist auf ein Neues angeregt worden.

© Natascha Lewald, Stadtarchiv Ratingen

Verwendete Literatur:
Hans Biefang, Ratingen. Freundschaften Weltweit, Ratingen 2004
Bundeszentrale für politische Bildung, zuletzt aufgerufen am 09. März 2018
Rheinische Post vom 08. Juli 1957; 5. Oktober 1959; 06. April 1964; 2. Dezember 2004; 29. Januar 2016; 17. Juni 2017

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