Kulturensemble

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Kulturensemble

Auf der Grundlage des 1995 von den renommierten Gartenarchitekten Rose und Gustav Wörner erarbeiteten Parkpflegewerkes wurde der Poensgenpark 1997 unter Denkmalschutz gestellt. Zusammen mit der angrenzenden Brügelmann´schen Textilfabrik Cromford (18. Jh.), einem Baudenkmal von europäischem Rang, und der Wasserburg Haus zum Haus (13. Jh.) bildet der Poensgenpark ein bedeutendes Kultur - Ensemble. Die zwischen diesen Orten bestehenden räumlichen und kulturellen Zusammenhänge sind mit Blick auf 2007 noch einmal verstärkt herausgearbeitet worden.

Kulturensemble
Kulturensemble

Haus zum Haus

Blick vom Hauser Ring auf die Wasserburg "Haus zum Haus" (Foto: Manfred Fiene)
Blick vom Hauser Ring auf die Wasserburg "Haus zum Haus" (Foto: Manfred Fiene)
Typisch niederrheinische Wasserburg mit Vor- und Hauptburg. Vermutlich im 8. Jahrhundert als fränkische Siedlung an einem befestigten Angerübergang entstanden. Zu dieser Zeit wird auch erstmals der Name Ratingen erwähnt. Die erste Anlage wurde im 12. Jahrhundert durch Brand zerstört. Eine zweite Burganlage ist im 13. Jahrhundert als Stammsitz der Herren "Vom Haus" entstanden. Nach mehrfachen Umbauten im Laufe der Jahrhunderte sind heute nur noch geringe Reste aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Die Burganlage wird sowohl im Innern als auch im Außenbereich durch Teiche umgeben. Sie werden durch Angerwasser gespeist, das ihnen durch Gräfte zugeleitet wird.

Cromford

Luftbild: Das Herrenhaus und das Industriemuseum Cromford sowie der davor liegende Cromfordpark (Herausgeber: Stadt Ratingen)
Luftbild: Das Herrenhaus und das Industriemuseum Cromford sowie der davor liegende Cromfordpark (Herausgeber: Stadt Ratingen)
In der ersten mechanischen Spinnerei auf dem europäischen Kontinent, befindet sich heute das Rheinische Industriemuseum mit der Textilfabrik Cromford. Die Fabrik wurde bereits im Jahre 1784 gegründet und ist die Kopie einer Anlage gleichen Namens in England. Die Maschinen wurden durch das Wasser der Anger, die noch heute hinter dem Fabrikgebäude fließt, angetrieben. Das schlossartige Herrenhaus ließ der Fabrikgründer ab 1791 erbauen. Der Gartensaal - zum Park hin in der ersten Etage gelegen - wartet mit prachtvollen Landschaftsmalereien auf.


Vor der Textilfabrik Cromford ließ der Fabrikgründer, Johann Gottfried Brügelmann (1750-1802), einen Park in barocker Manier anlegen. Symmetrie war ein Grundprinzip des Barocken Gartens, das auch in der heutigen Verfassung des Gartens noch sichtbar ist. Wie wir es aus zeitgenössischen adeligen Schlossparks kennen, übernimmt die Parkanlage die Strukturprinzipien des ihr vor gelagerten Gebäudes, des Herrenhauses. Im eigentümlichen Kontrast stehen schräg gegenüber die ehemaligen Arbeiterwohnungen. "Die öde Gegend wurde zum Lustgarten umgeschaffen" so beschrieb um 1800 ein Beobachter das Umfeld der Fabrik." (Dr. Eckard Bolenz, 2002)

Cromfordpark

Kartografisches Baumzeichen  (Foto: Manfred Fiene)
Kartografisches Baumzeichen (Foto: Manfred Fiene)
Die  vor dem Herrenhaus im Cromfordpark aufgestellte Freiraumplastik "Kartografisches Baumzeichen" stammt von Peter Brüning. Der Park ist sommerlicher Veranstaltungsort für das Cromford - Parkfest.
Im Rahmen der EUROGA 2002plus wurde nördlich der ehemaligen Textilfabrik auf dem Damm der ehemaligen Industriebahn ein Museumsweg angelegt, der das Museum mit dem Parkplatz Blauer See verbindet. Auf mehreren kleinen Hinweistafeln wird auf die historische Bedeutung der Tallandschaft für die industrielle Verarbeitung von Baumwolle hingewiesen.

Angertal

Angertal bei Kickenau
Angertal bei Kickenau (Foto: Manfred Fiene)
Mit ihrem mäandrierenden Verlauf und den auf langen Strecken unverbauten Ufern befindet sich die Anger zwischen der Grenze nach Heiligenhaus bis Haus zum Haus noch in einem erfreulich naturnahen Zustand. Die natürliche Vielfalt an Klein- und Kleinstbiotopen zeichnet das Angertal als wertvollen Lebensraum für heimische Tier- und Pflanzenarten aus. Ökologische Bestandsaufnahmen belegen ein Vorkommen von: 170 verschiedenen Pflanzen-, 32 Vogel- und 20 Falterarten. Der Landschaftsplan des Kreises Mettmann sieht in seiner nächsten Änderung die Unterschutzstellung des Angertals als Naturschutzgebiet vor.
Vor dem Eingang zum Poensgenpark wurden 1985 unterschiedlich große und tiefe Tümpel geschaffen. Hier haben sich inzwischen eine Reihe bedrohter Tierarten, wie: Zwergtaucher und Ringelnatter wieder angesiedelt. "Beobachten ja - zerstören nein!" heißt hier das Motto.
Stadt Ratingen - Der Bürgermeister