Uraufführung des Concert-Musicals

Ebenezer Scrooge

Hintergrundinformationen zu Ebenezer Scrooge, ein Concert-Musical - Komponist: Edwin Pröm

Die Form

Unter der Bezeichnung "Concert-Musical" schuf Edwin Pröm 2016 ein abendfüllendes Musical nach der Erzählung "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Pröm, der als Mitarbeiter der Städtischen Musikschule Ratingen den Kinder- und Jugendchor sowie das Jugendsinfonieorchester leitet, ließ sich von den Begebenheiten dieser Ensembles und den räumlichen Bedingungen in Ratingen leiten. Er legte sein Musical so an, dass neben den Solisten ein vierstimmiger Jugendchor, die Kinder der Vorstufen des Chores sowie ein voll besetztes Sinfonieorchester zum Einsatz kommen. Da ein Musiktheater-Bau mit Bühne und Orchestergraben dieser Größe in Ratingen - wie in vielen anderen Kommunen - nicht zur Verfügung steht, verzichtete er auf eine szenische Darstellung und konzipierte das Werk konzertant. Vergleichbar ist dieses Vorgehen der Aufführung einer "Oper ohne Szene", in der Musikgeschichte vor allem als "Oratorium" häufig umgesetzt. Auch bei Oratorien, die meist nach biblischen Texten entstanden und zur Aufführung in Kirchen konzipiert sind, ist eine parallel zur Handlung und Musik angelegte szenische Darstellung nicht möglich. Dieser Umstand ist aber dort, wie in Pröm's Concert-Musical kein Verlust, sondern bietet vor allem einige wesentliche Vorteile:

• Der Einsatz eines großen Sinfonieorchesters erschließt der Musik eine einzigartige klangliche Vielfalt, die aus Kostengründen bei professionellen Produktionen nicht erreicht wird. Dort ist der instrumentale Part meist für eine Band-Besetzung und den Einsatz von Keyboard-Sounds konzipiert.

• Den unterschiedlichen Chorstufen mit Kindern und Jugendlichen vom Grundschulalter bis zu jungen Erwachsenen sind anspruchsvolle und zugleich lösbare Aufgaben gestellt, die die Gestaltung eines festlichen Weihnachtskonzerts ermöglichen.

• Die vier Gesangssolisten schlüpfen in sieben verschiedene Rollen, die sie in der konzertanten Aufführung problemlos darstellen können. Szenisch würden hierfür natürlich sieben verschiede Darsteller benötigt.

• Die Musik steht im Vordergrund und erreicht das Publikum ganz unmittelbar.

Als weitere interessante Parallele zu Oper, Operette oder Oratorium hat Edwin Pröm die Form des Rezitativ modifiziert und lässt Charles Dickens aus dem eigenen Werk rezitieren. So tritt an die Stelle des "Sprechgesangs" der die Handlung vorantreibt bevor Arien und Chöre die Dramatik und Emotionen der Handlung überhöhen, der historische Charles Dickens. Denn Dickens war einer der ersten Schriftsteller die im 19. Jahrhundert damit anfingen, vor Publikum aus den eigenen Werken vorzulesen. So folgt das Publikum letztlich einer musikalisch illustrierten Dichterlesung.

Die Musik

Pröm, der als musikalischer Leiter professioneller Musical-Produktionen über fundierte Kenntnisse dieses Genres verfügt, verwendet viele unterschiedliche Musikstile um die Handlung klingend zu unterstützen. Ob choralartig, opernhaft, jazzig, lateinamerikanisch oder monumental, immer hat die Musik einen direkten Bezug zur Handlung und kommentiert oder karikiert das Geschehen. Und natürlich baut er bekannte weihnachtliche Weisen, die in keinem Weihnachtskonzert fehlen dürfen, auch gleich in die Handlung mit ein. Vom traditionellen "Düsseldorfer Adventlied", mit dem das Ratinger Weihnachtskonzert bereits seit über 30 Jahren beginnt, über "Fröhlich Weihnacht überall" und "Petersburger Schlittenfahrt" bis zu "Stille Nacht, heilige Nacht" verarbeitet er so manche Melodie sogleich in selbst benannten Musikstilen wie "Sakral-Rock", "Helge Schneider Jazz" und "Musical-Sauce à la Webber".

Die Handlung

Der alte Ebenezer Scrooge ist ein herzloser Geizhals, der das bevorstehende Weihnachtsfest als überflüssig empfindet. Als er sich am Heiligen Abend wieder einmal von seiner schlimmsten Seite zeigt, erhält er unerwarteten Besuch vom Geist seines vor sieben Jahren verstorbenen Geschäftspartners Jacob Marley. Marley´s Geist möchte Scrooge vor seinem drohenden Schicksal retten und kündigt ihm als letzte Chance die Ankunft dreier weiterer Geister an.

Diese lassen nicht lange auf sich warten. Der Geist der vergangenen Weihnacht führt Scrooge wieder an die Orte früherer Weihnachtsfeste, der Geist der gegenwärtigen Weihnacht öffnet Scrooge die Augen für die Dinge, die um ihn herum geschehen, und der Geist der zukünftigen Weihnacht zeigt Scrooge schonungslos sein Schicksal des nächsten Weihnachtsfestes.

Nach dieser Lektion ändert Scrooge sein Leben so sehr, dass man in ganz London sagt: Niemand weiß das Weihnachtsfest so herzlich zu feiern wie Ebenezer Scrooge!

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