Zeit des Nationalsozialismus - Einleitung

(von Erika Münster-Schröer)

Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel, Homberg, Lintorf: Entstehung und Verwendung von Wappen in der Zeit des Nationalsozialismus

Die kommunale Neugliederung, die zum 1. Januar 1975 wirksam wurde, bereicherte die Stadt Ratingen um einige Orte, die lange Zeit selbständige Kommunen waren und auf eine eigene Ortsgeschichte zurückblicken konnten: Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel, Homberg und Lintorf. Diese Orte - mit Ausnahme Hombergs, das zum Amt Hubbelrath kam - wurden mit der Kommunalreform von 1930 im Amt Ratingen-Land zusammengeschlossen. Die Bürgermeistereien Eckamp, Angermund und Mintard, zu welchen sie vorher gehört hatten, waren zu diesem Zeitpunkt aufgelöst worden. Heinrich Hinsen wurde im Oktober 1930 in der Gastwirtschaft Reichen in Angermund zum Bürgermeister des neuen Amtes Ratingen-Land gewählt. Der Amtssitz befand sich an der Ecke Hauser Ring/Mülheimer Straße, wo sich zuvor die Verwaltung der Bürgermeisterei Eckamp befunden hatte. Im Jahr 1949 wurde das Amt Ratingen-Land in Amt Angerland umbenannt, und der Verwaltungssitz wurde von Ratingen nach Lintorf verlegt.

1975, zur kommunalen Neugliederung, brachten die alten Angerland-Gemeinden ihre Wappen mit, die jedoch längst nicht auf ein so langes Dasein zurückblicken konnten wie das der alten bergischen Hauptstadt Ratingen. Die Wappen der Gemeinden des Amtes Ratingen-Land waren erst 1937/38 entstanden. Wie es dazu kam, soll im Folgenden kurz nachgezeichnet werden.

Zunächst jedoch noch ein Blick auf Tiefenbroich, das bisher, nicht ohne Grund, in der Aufzählung fehlte: Tiefenbroich gehörte - bis auf einen kurzen Zeitraum zwischen 1909 und 1930, als Teile davon als selbständiger Ort ausgemeindet waren - schon seit dem Mittelalter zum Stadtgebiet Ratingens. Seine Bürger wurden in den alten Dokumenten "Außenbürger" genannt.

Das einstige Dorf Eckamp, das der alten Bürgermeisterei seinen Namen gegeben hatte, war schon 1930 zu Ratingen gekommen und hatte somit zu diesem Zeitpunkt seine Selbständigkeit verloren. Deshalb hatte Eckamp niemals ein eigenes Wappen gehabt.

Schaut man sich heute im kleinen Sitzungssaal des Rathauses um, so entdeckt man dort aber ein "Wappen" für Tiefenbroich und Ratingen-West. Es hängt neben den ehemaligen Wappen der anderen neuen Stadtteile Ratingens.

Der Grund ist darin zu suchen, dass sich nach der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 keiner der neuen Stadtteile benachteiligt fühlen sollte. Stattdessen sollte die Verbundenheit betont werden. So entwarf ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung für Tiefenbroich und Ratingen-West ein Signet, das den älteren Wappen an die Seite gegeben wurde. Ein Wappen im Sinne eines Hoheitszeichens war es nie, und auch die ehemaligen Wappen der anderen Ortsteile haben seit 1975 den Charakter von Hoheitszeichen verloren, da ihre kommunale Selbständigkeit mit diesem Zeitpunkt beendet war.

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