11.04.2017

Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen im kleinen Stadthotel an der Angerstraße beendet

Im Zuge der Flüchtlingskrise stand das Jugendamt der Stadt Ratingen vor der schwierigen Aufgabe, kurzfristig gute pädagogische Angebote, verbunden mit einer Diagnostik, dem sog. Clearing für unbegleitet eingereiste, minderjährige Flüchtlinge zu schaffen.
 
Auftrag an die Jugendämter ist, herauszufinden, welche Unterstützung der einzelne junge Mensch in seiner konkreten Lebenssituation braucht. Dazu gehört zum Beispiel die Klärung, welche Arztbesuche nötig sind, ob Traumata vorliegen, welche Schulform geeignet wäre und welche Schritte im Asylverfahren zu gehen sind.
 
Die Möglichkeit, die Kinder und Jugendlichen mit der pädagogischen Begleitung der Fachkräfte der NeanderDiakonie im „Kleinen Stadthotel“ an der Angerstraße betreuen zu können, machte die Erfüllung des Auftrages möglich.
 
Nun sind die gesetzlich vorgeschriebenen Clearingverfahren abgeschlossen, in deren Zusammenhang Perspektiven für alle Schützlinge erarbeitet werden konnten. Die Unterbringungen im Kleinen Stadthotel konnten nun allesamt beendet werden und damit der erste entscheidende Schritt der Integration abgeschlossen werden.
 
Seit Januar 2016 war das Hotel zu einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge umfunktioniert worden. Insgesamt wurden in dem „Kleinen Stadthotel“ 51 Jugendliche von pädagogischen Mitarbeitern der NeanderDiakonie betreut. Manche waren nur wenige Tage vor Ort, bei anderen dauerte das Verfahren länger.
 
Den Jugendlichen aus Ländern wie Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea konnte durch die Zusammenarbeit von Jugendamt und NeanderDiakonie eine Perspektive geboten werden. Sie leben, je nach ihrem individuellen Bedarf, innerhalb des Betreuen Wohnens, in eigenen Wohngemeinschaften oder in Intensivpädagogischen Gruppen.
 
Der Verbleib in Ratingen ist für die Mehrzahl der Jugendlichen von besonderer Bedeutung. Denn einerseits haben sie sich in Ratingen gut integriert und betrachten nach gut einem Jahr die Stadt als ihr neues Zuhause. Andererseits wird so eine professionelle und kontinuierliche Begleitung über die Phase des Clearings hinaus gewährleistet. Dies ist  hinsichtlich der Integration von besonderem Wert. Wie gut diese bis jetzt gelungen ist, zeigt sich auch daran, dass viele der Jugendlichen derzeit ein Praktikum in Ratinger Betrieben absolvieren.
 
In einigen Fällen sind auch Familienzusammenführungen, Zusammenführungen von während der Flucht entstandenen Freundschaften oder weiterführende Unterbringungen in  Jugendhilfeeinrichtungen außerhalb Ratingens umgesetzt worden.
 
Hervorgehoben werden muss aber auch die Unterstützung verschiedener Netzwerkpartner wie dem Welcome Center Düsseldorf, der Stay Flüchtlingsberatung, Ratinger Vereinen, Schulen und der beiden Jugendzentren LUX und JuTu sowie die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Paten. Sie haben einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Integration der jungen Menschen voranzubringen.
 
Einmal mehr hat sich bei der Bewältigung dieser Herkulesaufgabe gezeigt, wie gut und tragfähig die Ratinger Netzwerke auch in Zeiten besonderer Herausforderung zusammenarbeiten und wie engagiert Ratinger Bürgerinnen und Bürger dies auch im Rahmen des Ehrenamtes unterstützen.
 
 
Jugendamt
Stadt Ratingen
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Ulrike Trimborn
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